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Tunesiens Jugend bricht auf - in eine ungewisse Zukunft

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Tunesiens Jugend bricht auf - in eine ungewisse Zukunft

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“Das Volk will die Regierung stürzen” rufen sie in den Straßen von Tunis – diesmal kommt das Volk vom Land, ein paar hundert Kilometer von der Hauptstadt Tunesiens entfernt – da wo es steinig und trocken ist – weit weg von den Postkarten-Stränden.

Sie kommen aus Orten wie Sidi Bouzid, wo sich der Straßenverkäufer Mohammed Bouazizi aus Protest und Verzweiflung mit Benzin übergoss und verbrannte. Oder aus Menzel Bouzaiane, wo der demonstrierende Mohammed Laamari während der anschließenden Proteste als erster tödlich von einer Polizeikugel getroffen wurde.

Ein jugendlicher Demonstrant: “Wir müssen das bis zum Ende durchziehen. Ghannouchi und all die anderen – wir müssen sie wie ein für allemal loswerden.”

Ein anderer junger Mann aus Sidi Bouzid ist immer noch fix und fertig:

“Wir sind hier, um den Diktator zu stürzen, die Diktatur…die Politik Tunesiens…”

Die Jugendlichen verlangen eine “saubere” Regierung, ohne Vertreter des gestürzten Regimes von Präsident Zine el Abidine Ben Ali.

Ihre Zukunft ist ungewisser denn je:

Als die nationale Ölfirma habe letztes Jahr zehn Stellen ausschrieb, bewarben sich mehr als 20.000 junge Ingenieure – erzählt man sich. Zum Zuge seien schließlich die gekommen, die am meisten dafür bezahlt hätten.

Die Übergangsregierung hat derweil die Zensur aufgehoben und die Einfuhr von Zeitschriften und Filmen frei gegeben, die vorher genehmigt werden musste.

Gewerkschaften haben die Lehrer zu einem unbefristeten Streik aufgefordert. In der kommenden Woche sollten eigentlich Schulen und Universitäten ihren Betrieb wiederaufnehmen.