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Elfenbeinküste: Kein Kakao mehr fürs Ausland?

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Elfenbeinküste: Kein Kakao mehr fürs Ausland?

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Der international anerkannte neue Präsident der Elfenbeinküste Alassane Ouattara hat ein einmonatiges Kakao-Exportverbot verhängt. Damit versucht er, auf wirtschaftlichem Wege seinen Rivalen, den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo, auszutrocknen. Wer gegen das Verbot verstoße, riskiere Sanktionen.
 
Inwieweit die Händler der Anweisung folgen, blieb zunächst unklar, da Gbagbo weiter die Kontrolle über die Häfen und die Streitkräfte der weltgrößten Kakao-Exportnation hat. Ouattaras neue Regierung ist weiter auf ihr Hauptquartier in einem Hotel beschränkt, das von UN-Blauhelmsoldaten geschützt wird.
 
Auf die Drohung der westafrikanischen Staaten, Gbagbo notfalls auch mit Gewalt aus dem Amt zu jagen, erklärte dessen Sprecher: “Legal kann keine ausländische Armee die Elfenbeinküste angreifen, es sei denn, sie will Gewalt anwenden oder sie denkt an eine Kriegserklärung. Was würde daraus werden? Warum sollte man uns den Krieg erklären? Das ist also folglich ein Bluff.”
 
Auch die UNO droht mit Gewalt, falls ihre Truppen weiter angegriffen werden.
 
Finanziell versucht das Ausland, Gbagbo mit dem Einfrieren von Vermögen und Wirtschaftssanktionen beizukommen. Zudem wurde einer seiner Verbündeten bei der westafrikanischen Zentralbank ausgewechselt, der ihn trotz der Sanktionen mit Geld versorgt haben soll.