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Spanischer Arbeitslosenrekord

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Spanischer Arbeitslosenrekord

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Die Arbeitslosenschlangen haben in Spanien Rekordlänge erreicht. Am schlimmsten hat es die Baubranche erwischt. In der Hoffnung auf zahlungskräftige ausländische Käufer wurde gebaut ohne Ende – jetzt ist Spanien ein Land voller Invest-Ruinen.

Die spanische Arbeitslosigkeit behauptet in der Euro-Zone den höchst unerfreulichen Spitzenplatz.

Mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland und Frankreich.

Am schlimmsten trifft es junge Leute unter 25.

In dieser Altersgruppe ist die Arbeitslosigkeit in Spanien dreimal so hoch wie im weltweiten Durchschnitt! Das hat zur Folge, das 30 % aller Beschäftigungsverhältnisse befristet sind und dass 44 % der der jungen Arbeitsnehmer Arbeiten ausführen, die weit unter ihrem Qualifikationsniveau liegen.

Auf die Frage, wie das zu ändern sei, betont der stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift “Expansion”, Manuel Del Pozo, das Land müsse seine Finanzen in Ordnung bringen. Der Arbeitsmarkt müsse flexibler werden und das Rentensystem reformiert. Zuerst aber müssen die Grundlagen für Wachstum und neue Arbeitsplätze gelegt werden.

Der Einbruch im Bausektor traf Spanien so hart, weil die Wirtschaft zu einseitig ausgerichtet ist.

Von 2002 bis 2008 wurden pro Jahr um die 60.000 Wohnungen gebaut, insgesamt fast eine Million – von denen viele dann keinen Käufer mehr fanden. Die verarbeitende Industrie ist zu wenig entwickelt, um arbeitslosen Bauarbeitern eine neue Chance bieten zu können. So hangeln sich jetzt viele Spanier von einem unterbezahlten befristeten Job zum nächsten. Bruttolöhne von weniger als tausend Euro sind die Regel. Werden sich Spanier demnächst selbst um die miserabelsten Jobs bei der Obst- und Gemüseernte reißen, wo heute noch die armen Einwanderer schuften?