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Tunesien: Konsequenter Bruch gefordert

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Tunesien: Konsequenter Bruch gefordert

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In Tunesien gehen die Proteste gegen die Übergangsregierung von Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi weiter.

Etwa 1000 Menschen aus der Region um die Stadt Sidi Bouzid, wo der Aufstand gegen das Regime seinen Anfang nahm, marschierten bis in die Hauptstadt Tunis.

Die Protestteilnehmer in Tunesien nennen ihre Bewegung “Karawane der Befreiung” und verlangen eine “saubere” Regierung, ohne Vertreter des gestürzten Regimes. Ein Teilnehmer: “Ich bin 280 Kilometer zu Fuss gegangen, um dieses Gesindel, diese Diebe hier aus dem Amt zu jagen.”

Ein anderer Teilnehmer der Demonstration: “Wir haben diesen Ort “Platz des Volkes” genannt – es ist ein Ort der Revolution und des Widerstands”.

Derweil ist die Zensur aufgehoben worden. Bücher, Zeitschriften und Filme aus dem Ausland können jetzt ohne Genehmigung eingeführt werden.

Übergangs-Premier Ghannouchi kündigte im Staatsfernsehen an, er werde sich nach den Wahlen in sechs Monaten aus der Politik zurückziehen.

Auch Ghannouchi gehörte dem Regime Ben Alis an.

Der tunesische Islamistenführer Rached Ghannouchi will unterdessen “sehr bald” aus dem Londoner Exil zurückkehren. Er strebe aber kein Amt an, sagte der 69-Jährige dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”.

“Ich bin kein Khomeini”, erklärte Ghannouchi mit Bezug auf den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini. Er wolle “intellektuell beitragen” zu einer “Ära der Demokratie”. Der Chef der seit 1989 verbotenen Islamistenpartei al-Nahda forderte eine Generalamnestie für alle Verurteilten.