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"Panama ist ein guter Ort, um zu investieren"

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"Panama ist ein guter Ort, um zu investieren"

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Die Weltbank schätzt, dass die Entwicklungsländer mehr als die Hälfte zum globalen Wachstum beitragen werden. Lateinamerika spielt eine wichtige Rolle: Deshalb sprach euronews-Reporterin Isabelle Kumar mit Panamas-Präsident Ricardo Martinelli.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Dies wird als das Jahrhundert für Lateinamerika gewertet. Panama ist Teil davon. Ist es wirklich das Jahrundert Lateinamerikas?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Das sollte es besser sein, denn wir haben so viele Jahrhunderte verloren, in denen wir Möglichkeiten, die sich geboten haben, nicht genutzt haben. Ich denke, dass ist die Chance für Lateinamerika und wir sollten sie nicht vorbeiziehen lassen.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Es ist eine Chance, aber könnte es eine sein, die verschwendet wird? Wir haben im Westen die tiefe Krise gesehen, ist das ein Muster, dass sich in Lateinamerika wiederholen könnte?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Nein, im Westen ist Folgendes passiert: Die Banken waren nicht ausreichend kapitalisiert und ihre Darlehenspolitik war unseriös. Die Banken in Lateinamerika haben eine solide Kapitalstruktur und sie waren klüger. Solch eine Schuldenkrise wird in dieser Hinsicht nicht passieren.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Eines der großen Themen in Davos ist die Umschichtung der Machtstrukturen. Lateinamerika wird ein viel größerer Entscheidungsträger. Wie können Sie sicherstellen, als eine einheitliche Macht zu agieren?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Ich bin sehr überrascht, dass in Davos nur 58 Personen aus Lateinamerika, inklusive Brasilien vertreten sind. Es sind mehr als 2.400 Teilnehmer da, davon 1.000 Amerikaner, nur 50 Inder, 100 oder mehr Chinesen. 300 kommen aus Großbritannien. Ich glaube, dass die Länder im Fernen Osten und Lateinamerika mehr involviert werden müssen, um bei Konferenzen wie in Davos vertreten zu sein. Denn das ist der Treffpunkt, aller Persönlichkeiten die die Welt beherrschen. Sie sind vielleicht nicht Präsidenten, aber sie sind dejenigen, die die Fäden ziehen.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Also Davos ist ein Eliteverein, der an seiner Macht festhalten will?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Es ist ein Eliteverein und es ist nicht einfach, eingeladen zu werden. Ich bin als Präsident eines Landes eingeladen, ich will auf jeden Fall

lateinamerikanische Unternehmen fördern, damit sie Mitglieder dieser Eliteorganisation werden können und in Davos mit dabei sind.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Sie haben exklusiven Zugang zu anderen Staatsoberhäuptern, aber was erwarten sie von Davos, wenn Sie hier her kommen?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Höchstwahrscheinlich werde ich den Menschen Panama bekannt machen. Panama ist da und viele werden sehen, dass Panama ein guter Ort ist, um zu investieren und Handel zu treiben. Zum Beispiel eines dieser Unternehmen, dass nach Panama kommen will, hat uns 1.000 Arbeitsplätze versprochen. Dann gibt es andere, die die Panama-Erfahrung machen wollen, weil Panama das einzige Land der Welt ist, das von einem Geschäftsmann geführt wird, nicht von einem Politiker. Es gibt einen höllisch-großen Unterschied zwischen einem Politiker und einem Geschäftsmann.

euronews-Reporterin Isabelle Kumar: Warum ist Davos dann für den Durchschnittsbürger relevant?

Panamas-Präsident Ricardo Martinelli: Weil hier alles beginnt, das ist der Beginn des Flusses, der Strom. Hier wird Politik gemacht, die jeden Einzelnen betrifft, den Durchschnittsbürger in jedem Land. Er versteht nicht, warum Menschen die Umwelt fördern, was mit der Ölindustrie passiert ist und was mit der Gesamtindustrie passieren wird, warum Menschen von China, Indien oder Lateinamerika einkaufen. Hier beginnt alles und man trifft die Persönlichkeiten, die den globalen Laden schmeißen.