Eilmeldung

Eilmeldung

Fredrik Reinfeldt: "Der Euro hält Europa zusammen."

Sie lesen gerade:

Fredrik Reinfeldt: "Der Euro hält Europa zusammen."

Schriftgrösse Aa Aa

euronews, Isabelle Kumar:
Herr Ministerpräsident, Schweden hat sich vor ein paar Jahren gegen die Einführung des Euros entschieden. Sind Sie heute froh darüber?
 
Fredrik Reinfeldt, schwedischer Ministerpräsident: 
“Es wurde per Referendum entschieden, also hat eigentlich das schwedische Volk “nein” gesagt. Derzeit ist die schwedische Krone sehr stark, doch der Euro ist eine gute Idee für die Zukunft. Er hält Europa zusammen, es könnte also sein, dass die Frage bei uns bald wieder diskutiert wird.“  
 
euronews:
“Würden Sie dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy also zustimmen, der sagte, dass der Kollaps des Euros eine riesige Katastrophe wäre?“  
 
Fredrik Reinfeldt: 
“Ja, natürlich, doch ich glaube, es wird nicht zu einem Kollaps kommen. Wir können noch einige Reformen verabschieden, um das Haushaltsdefizit, unter dem manche europäische Staaten leiden, zu bekämpfen. Wir sollten uns darauf konzentrieren. Es wurde in letzter Zeit vielleicht zuviel über die Mechanismen der Krise, Schulden und einen möglichen Kollaps geredet. Denn letztendlich haben wir alle unsere Hausaufgaben zu machen. Wir müssen unsere Wirtschaft auf Trab bringen.”
 
euronews:
“In einer Konferenz sagte der amerikanische Investor George Soros, dass wir derzeit ein Europa der zwei Geschwindigkeiten haben. Auf der einen Seite Länder in Schwierigkeiten und auf der anderen Länder, die stabil sind. Soros glaubt, dass das sogar zu einer Auflösung der EU führen könnte. Geht er mit dieser Annahme zu weit?”
 
Fredrik Reinfeldt: 
“Ja, ich glaube schon. Und wir sollten nicht vergessen, dass die Länder, die heute gut dastehen, vor zwanzig Jahren ähnlich wie Schweden große Schwierigkeiten hatten. Es ist also möglich einen neuen Weg einzuschlagen. Man kann seine Wirtschaft reformieren, seine Konkurrenzfähigkeit steigern und am Ende gestärkt aus all dem hervorgehen. Die Teilung in verschiedene Geschwindigkeiten wird nicht gleich bleiben, und das sollte man nicht vergessen.”
 
euronews:
“Sie haben gesagt, dass Schweden in manchen Aspekten ein Vorbild für viele Länder ist und dass Sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Was haben Sie richtig gemacht?“ 
 
Fredrik Reinfeldt: 
“Nun erstens haben wir das Geld der Steuerzahler nicht den Banken gegeben. Und wir haben es auch nicht dafür verwendet, um Verluste von nicht konkurrenzfähigen Wirtschaftszweigen zu tilgen.
Wir haben vielmehr in Forschung und Entwicklung investiert. Die Schaffung von Arbeitsplätzen hat Vorrang. Wir haben uns für eine aktive Arbeitspolitik entschieden, Fortbildungen und andere Maßnahmen gefördert. Wir sind heute in einer Lage, wo wir versuchen, die Mobilität zu steigern und wir investieren in die Zukunft und geben kein Geld für die Erhaltung des Status quo aus.“  
   
euronews:
“In Großbritannien sind Sie bekannt unter dem Namen: “der schwedische Cameron”. Fassen Sie das als Kompliment auf? Sehen Sie Parallelen?”
  
Fredrik Reinfeldt: 
“Ich kenne David, wir sind ungefähr im gleichen Alter und wir sind beide Ministerpräsident geworden. Wir haben uns in dieser Zeit oft unterhalten und dabei natürlich voneinander gelernt. David hat mir etwa von seinem Engagement für Klima und Umweltschutz erzählt, das habe ich mir aufmerksam angehört. Er wiederum wollte mehr wissen über die Bildungsreformen, die wir in Schweden durchgeführt haben.“  
 
euronews:
“Kommen wir auf Davos zurück. Sie nehmen hier an mehreren Podiumsdiskussionen teil. Wie sieht ihr Terminkalender aus?”
 
Fredrik Reinfeldt:
“Es ist sehr hektisch. Ich kam gestern abend an und bleibe bis morgen früh. Ich nehme an Podiumsdiskussionen und auch an Konferenzen teil. Ich treffe mich mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet. Ich nutze meine Zeit gut, aber es wird sehr anstrengend.”