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Nächtliche Ausgangssperre in Ägypten

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Nächtliche Ausgangssperre in Ägypten

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Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat über alle größeren Städte eine Ausgangssperre verhängt. Sie trat um 18 Uhr Ortszeit in Kraft und soll bis 7 Uhr morgens Ortszeit gelten. Wie der Sender bekanntgab, wurde die Ausgangssperre von Präsident Mubarak in seiner Eigenschaft als Oberkommandierender der Streitkräfte angeordnet.

In Kairo wurden größere gepanzerte Militärkräfte zusammengezogen. Präsident Mubarak habe befohlen, dass die Armee der Polizei bei der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung helfe, meldete das ägyptische Staatsfernsehen.

In Kairo haben die Sicherheitskräfte große Schwierigkeiten, die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen. Über der ägyptischen Hauptstadt standen nach Sonnenuntergang dicke Rauchschwaden. Der umfangreiche Gebäudekomplex der Regierungspartei am Nilufer stand in Flammen. Beobachter befürchten, dass der Großbrand auf die benachbarten weltberühmten Museen übergreifen könnte. Nach Berichten der Nachrichtenagentur AP stürmten Demonstranten am Abend das ägyptische Außenministerium.

In Kairo hieß es, Mubarak wolle schon bald eine Fernsehansprache halten. Es wird erwartet, dass er eine Kabinettsumbildung ankündigt.

Credit: @ollywainwright / twitpic.com

Nach den Freitagsgebeten war es in mehreren ägyptischen Städten zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer Tränengas und gummiummantelten Stahlgeschosse ein, um tausende von Demonstranten auseinander zu treiben.

Um die Proteste zu behindern, hat die Regierung die Kommunikation eingeschränkt. Nach den Internetzugängen in der Nacht wurde im Laufe des Tages auch der Mobilfunk abgeschaltet. Alle Mobilfunk-Betreiber in Ägypten seien angewiesen worden, den Betrieb in ausgewählten Regionen einzustellen, teilte Vodafone mit. Vodafone betreibt das größte Mobilfunknetz in Ägypten.

Angesichts der Unruhen bieten mehrere deutsche Reiseveranstalter derzeit keine Ausflüge nach Kairo mehr an. In den Urlaubsgebieten am Roten Meer ist es jedoch ruhig.