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Zentrale der Regierungspartei in Flammen

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Zentrale der Regierungspartei in Flammen

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Ungeachtet der nächtlichen Ausgangssperre, die Staatspräsident Hosni Mubarak verhängt hat, hielten am Freitagabend die Proteste gegen seine Regierung an. Mubarak hatte in seiner Eigenschaft als Oberkommandierender der Streitkräfte die Ausgangssperre am späten Nachmittag über Kairo, Alexandria und Suez verhängt. Sie trat um 18 Uhr Ortszeit in Kraft und soll bis 7 Uhr morgens Ortszeit gelten. Eine zwischenzeitlich verkündete Ausweitung der Ausgangssperre auf das ganze Land wurde inzwischen wieder aufgehoben.

In Kairo haben die Sicherheitskräfte Schwierigkeiten, die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen. Über der ägyptischen Hauptstadt standen nach Sonnenuntergang dicke Rauchschwaden. Der umfangreiche Gebäudekomplex der Regierungspartei am Nilufer stand in Flammen. Beobachter befürchten, dass der Großbrand auf die benachbarten weltberühmten Museen übergreifen könnte. Augenzeugenberichten zufolge wurde die Parteizentrale geplündert.

Demonstranten versuchten das Außenministerium und das Gebäude des Staatsfernsehens in Kairo zu stürmen. Wie der Nachrichtensender al-Arabija meldete, wurden sie jedoch von Sicherheitskräften daran gehindert.

Zur Verstärkung der Polizei ordnete Präsident Mubarak den Einsatz der Streitkräfte an. Eine größere Zahl Panzerfahrzeuge war am Abend in der ägyptischen Hauptstadt unterwegs.

Nach den Freitagsgebeten war es in mehreren ägyptischen Städten zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer Tränengas und gummiummantelten Stahlgeschosse ein, um tausende von Demonstranten auseinander zu treiben.

Um die Proteste zu behindern, hat die Regierung die Kommunikation eingeschränkt. Nach den Internetzugängen in der Nacht wurde im Laufe des Tages auch der Mobilfunk abgeschaltet. Alle Mobilfunk-Betreiber in Ägypten seien angewiesen worden, den Betrieb in ausgewählten Regionen einzustellen, teilte Vodafone mit. Vodafone betreibt das größte Mobilfunknetz in Ägypten.

Angesichts der Unruhen bieten mehrere deutsche Reiseveranstalter derzeit keine Ausflüge nach Kairo mehr an. In den Urlaubsgebieten am Roten Meer ist es jedoch ruhig.