Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Ägypter ignorieren Aufruf zur Zurückhaltung


Ägypten

Ägypter ignorieren Aufruf zur Zurückhaltung

In Kairo brennt das Hauptquartier der regierenden Nationaldemokratischen Partei. Die Proteste in Ägypten reißen nicht ab. Tausende Demonstranten fordern weiter den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak.

Inzwischen hat die Armee in Kairo Stellung bezogen. Sie forderte die Ägypter dazu auf, nicht zu demonstrieren und die Ausgangssperre zu respektieren. Diese beginnt nun schon 16 Uhr (lokaler Zeit) und dauert bis zum Sonntagmorgen 8 Uhr. Inzwischen kam auch der Generalstabschef aus den USA zurück. Die Armee ist bei vielen beliebt, weil sie als weniger korrupt und brutal gilt als die Polizei.

Mit seiner ersten Rede seit Ausbruch der Proteste konnte Mubarak die Ägypter nicht überzeugen. Auf die angekündigte Verbesserungen wollen sie nicht warten. Inzwischen ist die Regierung wie von Mubarak angekündigt zurückgetreten. Der Oppositionspolitiker und langjährige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed el Baradei, forderte, auch der Präsident solle gehen.

Die Ausschreitungen vom Freitag waren die gewalttätigsten seit Aufflammen der Proteste am Dienstag. Auch die vergangene Nacht war geprägt von Plünderungen und Gewalt. Seit gestern kamen landesweit mindestens 95 Menschen ums Leben, mehr als 1000 wurden verletzt.

Inzwischen macht sich Unruhe auch unter der Elite breit. Mehrere arabische Prinzen und Geschäftsleute haben das Land noch in der Nacht mit ihren Privatflugzeugen verlassen. Nach der Zensur vom Vortag hat der Mobilfunktbetreiber den Betrieb wieder aufgenommen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Schüsse in Kairo: Mubarak kann nicht besänftigen