Eilmeldung

Eilmeldung

Schüsse in Kairo: Mubarak kann nicht besänftigen

Sie lesen gerade:

Schüsse in Kairo: Mubarak kann nicht besänftigen

Schriftgrösse Aa Aa

Nach einer neuen Nacht schwerer Proteste ist die Lage in Ägypten äußerst angespannt. Am Morgen waren in Kairo Schüsse zu hören. Armeeeinheiten brachten sich in Stellung. Unterdessen wollte der Handyanbieter Vodafone nach der Zensur vom Vortag den Betrieb wieder aufnehmen.
 
In der Nacht war es zu Plünderungen gekommen. Polizeifahrzeuge wurden demoliert, Wachen in Brand gesteckt. Augenzeugen berichteten, wie Demonstranten Häftlinge aus zwei Polizeiwachen befreiten. Auch die Zentrale der Nationaldemokratischen Partei stand in Flammen, der Partei Husni Mubaraks, geführt von ihm, wie Ägypten, seit 30 Jahren.
 
Der Präsident meldete sich am Abend zu Wort, zum ersten Mal seit die Proteste ausbrachen. Er versprach eine Regierungsumbildung für den heutigen Samstag, außerdem eine Verbesserung des Lebensstandards und Schritte in Richtung Demokratie. Die Gemüter beruhigen, konnte er damit nicht. Immer wieder forderten Demonstranten Mubaraks Rücktritt, trotz geltender Ausgangssperre.
 
Zuvor war es am Freitag zu den schlimmstenm Ausschreitungen seit Ausbruch der Unruhen in Ägypten gekommen. Dabei wurden in mehreren Städten insgesamt mindestens 25 Menschen getötet. Augenzeugen berichteten von noch mehr Opfern. Mehr als 1000 Menschen wurden verletzt.