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Tödliche Ausschreitungen in Suez und Alexandria

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Tödliche Ausschreitungen in Suez und Alexandria

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Nicht nur in Kairo, in ganz Ägypten gehen Menschen gegen Mubarak auf die Straße, vor allem in Suez und Alexandria. Auch hier gilt die Ausgangssperre seit 16 Uhr Ortszeit. Auch hier wurde sie zunächst nicht befolgt.

Die Industriestadt Suez, 130 Kilometer östlich von Kairo, ist bekannt für ihren Kanal, durch den arabisches Öl nach Europa kommt. Die Einwohner aber haben wenig davon. Sie leiden unter Arbeitslosigkeit und schlechter Bezahlung. Gestern plünderten einige Demonstranten eine Polizeistation und erbeuteten Maschinengewehre.

13 Menschen sind laut Ärzten gestern in Suez ums Leben gekommen. Tatsächlich könnte die Zahl weit höher liegen. Internationale Nachrichtensender sprechen von drei mal so vielen Opfern.

In der Küstenstadt Alexandria, 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt, gerieten mehrere tausend Demonstranten mit der Polizei aneinander. Diese setzte zum Teil scharfe Munition ein. Seit Freitag hat es hier mindestens 36 Tote gegeben.

Die Wut sitzt tief. Rund 80 Millionen Menschen leben in Ägypten, so viele wie in Deutschland – knapp die Hälfte lebt von weniger als zwei Dollar am Tag. Zwei Drittel der Ägypter ist 30 Jahre alt oder jünger. So lange ist Mubarak an der Macht. Und die Demonstranten wollen, dass er geht.