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Ägyptens Armee lässt Waffen und neue Medien sprechen

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Ägyptens Armee lässt Waffen und neue Medien sprechen

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Auch am Abend des fünften Protesttages haben zehntausende Ägypter die Ausgangssperre missachtet.

Die Armee hatte die Bürger über die Mobilnetze aufgefordert, das bis Sonntag 0800 Uhr (0700 MEZ) geltende Ausgangverbot einzuhalten. Sonst drohten “scharfe Maßnahmen”, hieß es in einer SMS, die an alle Mobilkunden verbreitet wurde.

Das Staatsfernsehen zeigte am Abend zum ersten Mal Bilder von Dutzenden von Festgenommen – dabei soll es sich um Plünderer handeln.

Plünderer tauchen meist in Banden von 30 bis 200 Mann auf – Bürgerwehren versuchen, ihre Stadtviertel zu verteidigen.

Während das Militär vor allem strategische Punkte in den Städten sichert, bleiben Wohnviertel zumeist ungeschützt, die Polizei hat sich zurückgezogen.

Präsident Husni Mubarak, Ziel der Proteste, hatte am Samstag eine neue Führungsriege eingesetzt, vor allem aus Geheimdienstlern und Militärs. Geheimdienstchef Omar Suleiman ist jetzt sein Stellvertreter, der frühere Luftwaffenstabschef Ahmad Schafik neuer Ministerpräsident.

Bei den Zusammenstößen wurden bisher bis zu 100 Menschen getötet. Mehr als tausend sollen verletzt worden sein.

euronews-Korrespondent Mohamed Elhamy erklärt:
“Die Auflösung der alten Regierung genügt den Menschen nicht, sie wollen den Rücktritt Mubaraks.”

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben die Regierung von Präsident Husni Mubarak und die Demonstranten zum Gewaltverzicht aufgerufen.

In einer gemeinsamen Erklärung lobten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron “die ausgleichende Rolle, die Präsident Mubarak über viele Jahre im Nahen Osten gespielt hat”.