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Ägypten: Machtdemonstration der Armee - aber bisher keine Gewalt

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Ägypten: Machtdemonstration der Armee - aber bisher keine Gewalt

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Tausende von Demonstranten haben ihre Proteste gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak auch an diesem Sonntag fortgesetzt – trotz einer Ausgangssperre.
 
Auf dem zentralen Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo hielten sich eine Stunde nach Beginn der Ausgangssperre etwa 7000 Demonstranten auf. An das Regime von Mubarak gerichtet skandierten sie: “Er geht, wir gehen nicht.”
 
Die ägyptische Armee zeigte zum Beginn der Ausgangssperre um 16:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MEZ) Stärke. Kampfjets überflogen den Tahrir-Platz im Tiefflug, während Soldaten in Panzern und zusätzlichen Fahrzeugen auf den Platz vorrückten. Bisher aber scheinen die Militärs – zumindest in Kairo – auf Gewalt zu verzichten.
 
Keiner weiß, wie letztlich die Reaktion der Armee sein wird: Einerseits gibt es Berichte, Militärsprecher auf dem Tahrir-Platz hätten den Demonstranten versichert, sie würden keine Gewalt anwenden, andererseits gibt es die klare Machtdemonstration, die den Demonstraten klar zeigt, dass Soldaten den Platz und den Luftraum über ihnen kontrollieren.
 
Das Militär hatte vielerorts die Polizei abgelöst, die mit den Massenprotesten überfordert und brutal gegen Demonstranten vorgegangen war. Soldaten sicherten Regierungs- und Behördengebäude in großen Städten mit Panzern. An diesem Sonntag rückte die Armee auch in Teile der Touristenregion Scharm-el-Scheich am Roten Meer ein.
 
Verschiedenen Berichten zufolge hat es bei den Protesten der letzten Tage mindestens 150 Tote gegeben. Duzende Menschen wurden verhaftet - gleichzeitig gelang aber im Zuge der Unruhen auch mindestens 30 Angehörigen der verbotenen – aber tolerierten – Muslimbrüder die Flucht aus dem Gefängnis.