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El-Baradei stellt sich an Protest-Spitze

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El-Baradei stellt sich an Protest-Spitze

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Bisher fehlte dem Protest in Ägypten die Führungsfigur – das scheint sich nun zu ändern: Am frühen Abend gelang es dem Friedensnobelpreisträger, sich den Demonstraten auf dem Tahrir-Platz anzuschließen – kurz zuvor hatte er im Interview seine Forderungen dargelegt: “Mubarak muss sofort gehen”, sagte er US-Medien. “Zweitens brauchen wir eine Regierung der nationalen Einheit – in Zusammenarbeit mit der Armee. Das Militär und das Volk müssen sich zusammenschließen, um freie und faire Wahlen, sowie eine neue Verfassung vorzubereiten – und dann in Richtung Demokratie zu gehen.”

El Baradei kann dabei offenbar auf die Unterstützung der in Ägypten verbotenen – aber tolerierten und anhängerstarken – Muslimbuderschaft rechnen. Im Telefoninterview mit euronews sagte einer ihrer Sprecher, Abdel-Jalil Charnuby, wenn sich das Land auf eine Regierung der nationalen Einheit einigen würde, dann bekäme diese auch die Unterstützung der Muslimbrüder. Dies, so Charnuby, sei der wichtigste Punkt: Eine Übergangsregierung unter der Führung einer Person, die die Unterstützung der verschiedenen politischen Kräfte habe.

Auch aus USA gab es zumindest ein erstes Zeichen, dass Präsident Mubarak zumindest keine volle Unterstützung von Seiten Washingtons genießt: Außenministerin Hillary Clinton forderte einen “geregelten Übergang”. Klare Worte gegen Mubarak – oder für El Baradei – waren das aber nicht. Noch nicht?