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Wo steht die ägyptische Armee?

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Wo steht die ägyptische Armee?

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Wird sie sich auf die Seite des Umsturzes schlagen – wie die tunesische? Oder wird sie den von der immer lauter werdenden Opposition bekämpften Mubarak verteidigen?

Diese Bilder aus den letzten Tagen zeigen Soldaten als Ordnungsmacht in der Hauptstadt, nachdem sich dort viele Polizisten vor dem Volkszorn verstecken.

“Soldaten und Volk stehen zusammen”, hörte man es vielstimmig vor dem von der Armee gesicherten Fernsehzentrum rufen.

Die ägyptische Armee umfasst knapp 470.000 Mann und noch einmal soviele Reservisten. Sie verfügt über 461 Kampfflugzeuge, 3.723 Panzer, 2150 Raketen, vier U-Boote und 10 Kriegsschiffe.

Seit junge Offiziere unter Führung des späteren ersten Präsidenten Gamal Abdel Nasser 1952 das Ende der Monarchie herbeiputschten, wurde das Land am Nil immer von Militärs geführt.

Auf Nasser folgte Anwar al Sadat – hier mit dem damaligen Generalleutnant Mubarak an seiner Seite.

Während dieser Militärparade im Oktober 1981 wurde Sadat von einem Offizier erschossen.

Sadat hatte aus der Niederlage im Yom-Kippur-Krieg 1973 die Schlußfolgerung gezogen, dass Araber und Israelis zu einem friedlichen Nebeneinander in der Region finden müssen.

Der 1979 zwischen Ägypten und Israel geschlossene Friedensvertrag ging unter dem Namen des Verhandlungsortes – Camp David – in die Geschichte ein. Der damalige US-Präsident Jimmy Carter hatte als Vermittler gewirkt.

In der Folge wurde Ägypten zum strategischen Partner der USA in der Region – und auch zum Empfänger von reichlich Militärhilfe.

Mehr als 1,3 Milliarden Dollar pro Jahr!

Dazu kamen bisher regelmäßig pro Jahr 250.000 Dollar Wirtschaftshilfe

Dass Präsident Mubarak in der Not immer noch auf die Armee setzt, zeigt die Ernennung von Geheimdienstchef Omar Suleiman zum Vize-Ministerpräsidenten. Das kann als Versuch gewertet werden, die Armee enger in Mubaraks Herrschaftskonzept einzubinden.