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Ägyptens Wirtschaft vor dem Kollaps

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Ägyptens Wirtschaft vor dem Kollaps

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Die politische Krise in Ägypten droht, die Wirtschaft des Landes nachhaltig zu schädigen. Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen, immer mehr internationale Konzerne lassen die Produktion im Land ruhen. Die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s stuften die Kreditwürdigkeit des Landes herunter und schlossen eine weitere Absenkung in den nächsten Wochen nicht aus. In der Vorwoche hatte Fitch die Bonitätsnote für Ägypten von „stabil“ auf „negativ“ gesetzt.

Nach Schätzungen sind bereits mehrere Milliarden Euro aus Ägypten abgeflossen. Die Kapitalflucht könnte sich fortsetzen, wenn die Banken wieder öffnen, und den Menschen geht das Geld aus. “Wie sollen wir leben”, fragt ein Ägypter, “unsere Löhne sind ausgegeben, was sollen wir essen?”

Der Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes, droht zum Erliegen zu kommen – für viele Ägypter eine Katastrophe. “Wir haben im Tourismus gearbeitet, aber jetzt gibt es keinen Tourismus mehr”, erklärt der Besitzer eines Geschäfts nahe den Pyramiden von Gizeh. “Die Lage ist sehr schlimm. Es gibt keine Lebensmittel in den Supermärkten mehr, die Märkte werden nicht beliefert und daher müssen wir hungern.”

Die großen deutschen Reiseveranstalter bringen bis Mitte Februar keine Urlauber mehr nach Ägypten. Dauern die Proteste an, könnte das ägyptische Pfund weiter unter Druck geraten; Experten warnen bereits vor einer Inflationsspirale.