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Biokraftstoff aus Stroh

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Biokraftstoff aus Stroh

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Kraftstoff fürs Auto, und das einfach aus Stroh: Möglich wird das bei Inbicon im dänischen Kalundborg. Inbicon ist eine Tochterfirma des dänischen Stromkonzerns Dong.

Bei dem Vorhaben geht es um Biokraftstoff der zweiten Generation, für den also nicht mehr extra Pflanzen angebaut werden müssen: “Wir nehmen Stroh, das in der Landwirtschaft sonst übrig bleibt”, schildert Michael Persson von Inbicon.

“Wir kochen es unter Druck”, sagt er weiter, “setzen

Enzyme hinzu, vergären und destillieren es. Damit

bekommen wir Äthanol, das Benzin für Autos ersetzen kann; außerdem Lignin, das Kohle in Kraftwerken ersetzen kann; und schließlich Melasse,

die sich zur Herstellung von Biogas einsetzen lässt.”

Die Fabrik soll pro Jahr einmal mehr als fünfeinhalb Millionen Liter Äthanolkraftstoff herstellen: Bis dahin ist es aber noch eine Menge Arbeit. “Im Labor geht das mit solchen neuen Verfahren immer leicht”,

so Perssons Erfahrung. “Das Schwierige ist es dann aber, das auf industrielle Bedingungen auszuweiten.”

Die Fabrik in Kalundborg steht im Mittelpunkt eines Forschungsvorhabens der EU: Aus dem Stroh soll auch noch der letzte Rest an Energie gewonnen werden.

“Beteiligt ist auch eine holländische Firma, DSM”, sagt Persson. “Sie hat ein Verfahren, um aus

Melasse ebenfalls Äthanol zu machen. Aus der gleichen Menge Stroh können wir damit also noch mehr Äthanol gewinnen.”

Das Äthanol wird zur Zeit mit Benzin gemischt und in ganz Skandinavien verkauft. Die Firma will aber an sich nicht den Kraftstoff verkaufen, sondern ihr Verfahren zur Herstellung. Michael Persson blickt dazu schon voraus: “Als nächstes müssen wir einen Ort für eine richtige Fabrik finden; das hier ist ja nur eine Anlage zur Demonstration. Diese richtige Fabrik wäre dann fünf bis zehn Mal so groß.”

Mehr dazu im Internet unter:

http://www.inbicon.com/Projects/KACELLE/Pages/KACELLE_Project.aspx