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"Ich habe Angst vor einem Blutbad"

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"Ich habe Angst vor einem Blutbad"

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Der Tag neun der Proteste gegen die Regierung Mubarak hatte friedlich begonnen – bis zu 6000 Menschen zogen zum Tahrir-Platz in Kairo, um den Rücktritt von Hosni Mubarak zu fordern. Tags zuvor hatten sich dort zum sogenannten Marsch der Million mehrere hunderttausend Demonstranten versammelt. In ganz Ägypten sollen es bis zu zwei Millionen gewesen sein.  
 
Mubarak erklärte, bei der nächsten Wahl nicht wieder anzutreten. Die Regierung lockerte die Restriktionen der vergangenen Tage: Kürzere Ausgangssperre, das Internet funktionierte nach fünf Tagen Sendepause zum Teil wieder, eine Verfassungereform soll den Zugang bisher mißliebiger Kandidaten zum Präsidentenamt erleichtern. “Sie können zum normalen Leben zurückkehren,” appellierte das Militär.
 
Dann attackierten Anhänger der regierenden Nationaldemokratischen Partei Regimegegner, Steine und Brandbomben flogen. Und Schuldzuweisungen.
 
“Es gibt eindeutige Beweise, dass die Polizei ihre Männer in Zivilkleidung auf die Demonstranten gehetzt hat”, erklärte der von den Moslembrüdern unterstützte Oppositionspolitiker Mohamed  El Baradei. Diese hätten nämlich bei festgesetzen Angreifern Ausweise der Polizei, der Staatssicherheit und der Geheimpolizei gefunden. Er forderte die Armee zum Eingreifen auf, um das Leben ägyptischer Bürger zu schützen.
 
Das Innenministerium ließ über das Staatsfernsehen dementieren, dass Polizisten an den Ausschreitungen beteiligt gewesen seien.
 
Viele Demonstranten sind nun völlig verunsichert, wissen nicht, wie es weitergehen könnte.
 
“Ich habe Angst vor einem Blutbad” sagte El Baradei.