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euronews-Korrespondent: "Unter den Mubarak-Anhängern sind viele getarnte Polizisten"

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euronews-Korrespondent: "Unter den Mubarak-Anhängern sind viele getarnte Polizisten"

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Die Lage am zentralen Tharir-Platz in Kairo ist weiter angespannt, weit davon entfernt unter Kontrolle zu sein. Hier ein Telefonbericht unseres Sonderkorrespondenten Luis Carballo, der sich am Ort des Geschehens befindet.

Kairo: “Es war ein total wahnsinniger Tag, ein echtes Schlachtfeld hier in Kairo, mit Angriffen und Gegenangriffen. Mubaraks Gegner und seine Unterstützer kämpfen rund um den Tahrir-Platz, um die Zustände zu beenden, die hier seit ein paar Tagen herrschen. Es läuft nicht gut, besonders für die Journalisten. Wir können in der Tat von einer Jagd auf ausländische Journalisten durch Anhänger Mubaraks sprechen. Unter ihnen sind viele getarnte Polizisten. Heute abend sind in einem Fenster des Gebäudes, in dem wir arbeiten, Geschosse eingeschlagen. Wahrscheinlich wurden die beiden Kugeln von einer der Terassen direkt vor uns abgefeuert, einfach weil wir aus dem Fenster schauten, um zu informieren. Der Platz ist immer noch voller Menschen, mit Regimegegnern, sie bleiben hier, sie harren hinter ihren Barrikaden aus. Zur Zeit ist es ruhig, aber wir haben heute sehr sehr viele angespannte Szenen erlebt.”

Lyon: “Luis, Sie haben in einem unserer Gespräche Salven aus einem Panzer erwähnt.”

Kairo: “Ja, es waren viele. Heute hat sich die Armee – sagen wir mal – aktiver gezeigt als an den Tagen zuvor. Wir haben gesehen, dass sie versucht hat, die Menge der Mubarak-Anhänger aufzulösen, das hat sie aber nicht geschafft. Denn wenn sie es geschafft hatte, waren diese Leute 15 Minuten später über die Brücken zum Tahrir-Platz wieder zurück gekommen. Das haben Sie den ganzen Tag auf den Bildern gesehen, die Sie gesendet haben. Dort versammeln sich die Mubarak-Anhänger. Die Panzer sind mehrmals vorgestoßen, um sie zu vertreiben, und dann, wie gesagt, wenn der Panzer weg war, dann waren sie wieder da. Auch wenn die Präsienz der Mubarak-Anhänger Präsenz derzeit etwas schwächer ist.”