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Ashton: Armee muss Menschen auf der Straße schützen

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Ashton: Armee muss Menschen auf der Straße schützen

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Die Staats- und Regierungschefs haben sich auf ihrem Gipfel für einen geordneten Übergang in Ägypten ausgesprochen. Sie forderten zudem Reformen statt Unterdrückung von Journalisten und der Opposition.

Sergio Cantone, Euronews: “Was bedeutet: ein geordneter Übergang?”

Catherine Ashton, EU-Chefdiplomatin: “Das bedeutet, dass die Regierung mit den Oppositionsgruppen und der Zivilbevölkerung in den Dialog treten muss. Es muss ausgearbeitet werden, welche Schritte gemacht werden müssen, um eine Demokratie aufzubauen und um Wahlen vorzubereiten, die bald stattfinden müssen mit einem institutionellen Rahmen. Ich hoffe, das wird in Ägypten bald geschehen.”

Euronews: “Wenn Sie von Opposition sprechen, meinen Sie dann auch die Muslimbrüder?”

Ashton: “Die ägyptische Opposition ist nicht einheitlich. Die Regierung muss mit den einzelnen Gruppierungen und den Menschen sprechen, die sich auf der Straße zu den Demonstrationen versammelt haben. Ihnen muss mitgeteilt werden, dass es Veränderungen geben wird. Dass man dabei ist an einem Plan zu arbeiten.”

Euronews: “Glauben Sie, mit Mubarak an der Macht sind Gespräche mit ALLEN Teilen der Opposition möglich?”

Ashton: “Es ist sehr wichtig, dass die Ägypter selbst bestimmen, wie es weitergeht. Wir können nur dabei helfen, demokratische Strukturen aufzubauen sowie Prozesse einzuleiten, um ihnen dabei zu helfen. Das haben wir auch in Tunesien so gemacht: Mit der Übergangsregierung ausarbeiten, was genau geschehen muss.”

Euronews: “Spielt die ägyptische Armee eine wichtige Rolle? Wird sie eine wichtigere Rolle nach Mubaraks Abtritt spielen?”

Ashton: “Als ich gestern mit Vizepräsident Sulaiman sprach, ging es um die Armee, die für friedliche Zustände sorgt, sodass die Menschen und Journalisten auf den Straßen geschützt sind. Ich weiß, dass die Armee heute von der Regierung dazu aufgerufen wurde. Es ist sehr wichtig, dass sie diese Rolle hat.”

Euronews: “Das Europäische Parlament – oder besser: viele Parlamentarier haben den Auswärtigen Dienst der EU stark kritisiert. Was halten Sie von der Kritik?”

Ashton: “Ich hatte letztens eine sehr gute Debatte mit Mitgliedern des EU-Parlaments. Ich habe ihnen gesagt, dass der fünf Wochen alte Auswärtige Dienst und die Botschafter eine fantastische Arbeit leisten. Wir haben uns aufeinander abgestimmt, was innerhalb von Europa passieren wird. Damit werden wir fortfahren und Frotschritte machen.”