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Erneut Zehntausende auf dem Tahrir-Platz

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Erneut Zehntausende auf dem Tahrir-Platz

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Am 11. Tag der Proteste haben sich erneut Zehntausende Menschen auf dem Tahrir-Platz von Kairo versammelt. Sie forderten den sofortigen Rückzug des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Augenzeugen berichten von rund 1000 Soldaten in der Innenstadt. Auch der ägyptische Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi und mehrere Generäle der ägyptischen Armee sind auf dem Tahrir-Platz. Nach Angaben unseres Korrespondenten Luis Carballo haben sich Pro-Mubarak-Demonstranten außerhalb des Platzes versammelt. Die Stimmung sei sehr angespannt.
 
Allein gestern gab es zehn Tote. Seit Ausbruch der Proteste vor elf Tagen könnte es laut UN-Schätzungen bis zu 300 Todesopfer in Ägypten gegeben haben. Die Verletzten gehen in die Tausende. Der Tahrir-Platz gleicht einem Feldlazarett. Ärzte helfen freiwillig, ohne Frage nach der Position.
“Es ist egal ob diese jungen Männer recht haben oder nicht”, sagt ein Mediziner, der Verwundete versorgt, “oder ob die Gegenseite recht hat oder nicht. Wichtig ist: Sie alle sind Ägypter. Ägypter kämpfen gegeneinander. Jede Minute kommt ein neuer Verletzter zu uns.”
 
Die Arbeit für die Journalisten wird immer gefährlicher. Zahlreiche Reporter wurden bedroht, beraubt, angegriffen und verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat inzwischen eine Reisewarnung für Kairo, Suez und Alexandria ausgesprochen.