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Regimegegner in Kairo geben nicht auf

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Regimegegner in Kairo geben nicht auf

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Euronews-Korrespondent Luis Carballo ist in Kairo, ganz in der Nähe des Tahrir-Platzes. Die Demonstranten bieten dem Regime weiterhin die Stirn. Sie haben nicht vor den Platz zu verlassen. Die Kraftprobe geht weiter.

Luis Carballo, euronews-Korrespondent:

“Die Demonstranten sind sehr gut organisiert. Ich war den ganzen Tag über auf dem Platz. Es gibt sogar ein Feldkrankenhaus. Händler verkaufen Brot und Mineralwasserflaschen. Die Demonstranten haben was sie brauchen um durchzuhalten. All diese Zeichen deuten darauf hin, dass diese jungen Menschen ohne weiteres noch eine Woche dort ausharren können.”

euronews:

“Wie ergeht es den Journalisten? Ist die Situation immer noch angespannt? Was hast Du erlebt?”

Carballo:

“Es war heute einfacher über die Ereignisse zu berichten, aber es gibt noch Probleme. Die Armee hat uns wirklich geholfen, sie ließen uns die Kontrollpunkte passieren.

Wir wurden nicht belästigt im Gegensatz zu den vergangenen Tagen. Nicht die Armee sondern die Anhänger von Mubarak sind das Problem. Wenn man ihnen über den Weg läuft, kann es brenzlig werden.

Gestern wurden wir von Männern festgenommen, die sich als Mitglieder des Geheimdienstes ausgaben. Sie nahmen uns unsere Reisepässe weg und wir wurden auf einer Polizeiwache rund eine Stunde festgehalten. Unter den Festgenommenen waren auch drei Ägypter. Ich weiss nicht, ob es sich bei ihnen um Regimegegner oder Anhänger Mubaraks handelte. Fest steht, dass die drei von den Polizisten verprügelt wurden. Sie wurden brutal geschlagen und mehrmals mit Stromschlägen am Hals und in der Herzgegend traktiert.”

euronews:

“Die internationalen Medien konzentrieren sich auf den Tahrir-Platz. Was passiert in den anderen Teilen der Stadt?”

Carballo:

“Unser Hotel, das ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen werde, befindet sich am anderen Ufer des Nils. Wir haben keine Zusammenstöße beobachtet. Die Armee hat das Viertel unter Kontrolle. Heute sind sehr viel mehr Soldaten im Einsatz. Patrouillen haben Sicherheitszonen installiert mit Kontrollpunkten alle zehn Meter. Die Armee ist sehr präsent an den Orten, wo es in den vergangenen Tagen zu Angriffen der Mubarak Anhänger kam.”