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Vizepräsident diskutiert Mubarak-Rückzug

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Vizepräsident diskutiert Mubarak-Rückzug

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In Kairo sind die Proteste gegen Ägyptens Präsidenten Husni Mubarak auch in dieser Nacht weiter gegangen. Auf dem zentralen Tahrir-Platz – seit nunmehr elf Tagen Hauptbühne des Aufstandes – harrten tausende Demonstranten aus. In den frühen Morgenstunden waren kurz Schüsse zu hören. Das Militär soll in die Luft gefeuert haben.

Nach dem Freitagsgebet waren die Menschen erneut Massenweise zum Tahrir-Platz geströmt. Auch in vielen anderen Städten in Ägypten fanden Demonstrationen statt. Anders als an den Tagen zuvor gelang es der Armee, Oppositionsanhänger von regimetreuen Gegendemonstranten zu trennen. Bereits am Vormittag hatten rund 1000 Soldaten Stellung bezogen.

Mubarak soll gehen, das Parlament aufgelöst werden und eine Übergangsregierung die Arbeit aufnehmen, das fordern die Demonstranten. Doch der greise Staatschef harrt aus, aus Angst vor Chaos, wie er sagt. Vizepräsident Omar Suleiman will sich heute mit einer Gruppe von Prominenten treffen. Dabei soll auch über einen gesichtswahrenden Abgang für Mubarak gesprochen werden.

Der ägyptische Finanzminister entschuldigte sich für die Ausschreitungen gegen Journalisten. Allerdings wurden wieder Reporter festgenommen, andere freigelassen. Zudem erlag ein ägyptischer Journalist seinen Verletzungen; er ist der erste, der bei den Unruhen ums Leben kam. Die UNO schätzt die Zahl der Todesopfer seit Ausbruch der Proteste auf rund 300. Mehrere tausend Menschen wurden verletzt.