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Ägypten: Dialog statt Konfrontation

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Ägypten: Dialog statt Konfrontation

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In Ägypten brechen die verhärteten Fronten zwischen Opposition und Regierung langsam auf.
 
Nachdem die alte Regierungs-Garde um Präsident Husni Mubarak abgetreten ist, suchen Machthaber und Opposition den Dialog.
 
Das Alltagsleben normalisierte sich heute, auch wenn die Proteste gegen das Regime anhielten.
 
Ein Vertreter der koptischen Kirche:
“Die koptischen Kirche wurde 30 Jahre lang unterdrückt. Das Regime hat sich nie geändert, es hat immer diese Politik von Zuckerbrot-und-Peitsche genutzt, um uns zu unterdrücken. Wer auf die Straße ging, bekam Repressalien zu spüren.”
 
Gerade das Zusammenleben der Religionen untereinander hatte in den vergangenen Monaten in Ägypten sehr gelitten. Koptische Gemeinden waren wiederholt gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt.
 
Der Aufruhr jedoch hat die Bevölkerung wieder zusammengeschweißt. So meint dieser Iman:
“Lassen Sie mich folgendes erzählen: bei unseren Demonstrationen habe ich oft nachts hier auf dem Platz ausgeharrt und auf der Straße geschlafen. Meine christlichen Brüder haben mich nachts zugedeckt, wenn ich schlief. Was ich Präsident Mubarak sagen möchte: das einzig gute, was er erreicht hat ist, das ägyptische Volk zu einen. Wir halten nun alle zusammen!”
 
Während die Straße um die Toten der auseinandersetzungen trauert, kündigt das
Staatsfernsehen bereits an, dass der seit 1981 geltende Ausnahmezustand schon bald fallen könnte, auch wenn sich dafür zuvor noch die Sicherheitslage bessern müsse.