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Folterkeller Ägypten

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Folterkeller Ägypten

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Eines der Themen, das die Ägypter schon seit Monaten gegen das Regime von Präsident Mubarak auf die Straße treibt ist Folter und Misshandlung durch die Polizei.

Im Juni vergangenen Jahres demonstrierten Jugendliche, nachdem der Blogger Khalid Mohammed Said vor einem Internet-Café in Alexandria zu Tode geprügelt worden war.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch stellt in einem jüngst veröffentlichten Bericht fest, dass Polizeibeamte Folter und Misshandlungen routinemäßig und vorsätzlich einsetzen, in gewöhnlichen Kriminalfällen, wie auch gegen Dissidenten und politische Gefangene, um Geständnisse oder andere Informationen zu erzwingen oder einfach, um Inhaftierte zu bestrafen.

Schon 2007 hatte der Blogger Wael Abbas Foltervideos der Polizei veröffentlicht. Er hatte im Netz Videos aufgestöbert und auf seinem Blog wiederveröffentlicht, auf denen ägyptische Polizisten sich selbst rühmen, Verdächtige zu foltern.

Offenbar ist das Problem noch nicht gelöst: Während der Demonstrationen der letzten Tage und Wochen gab es wieder massenhaft Festnahmen – und immer wieder dokumentierten Journalisten, die mit anderen Ägyptern zusammen in die Hände der Polizei geraten waren, Folterfälle.

So auch Nicholas Kulish von der New York Times, der an einem Polizei-Chekpoint festgenommen worden war: “Man konnte hören, wie die Leute geschlagen wurden. Man konnte die Knüppel auf sie einschlagen hören und ihre Schreie danach.”

Human Right Watch zufolge herrscht für Folter in Ägypten nahezu Straflosigkeit – am allerschlimmsten bei der ägyptischen Staatssicherheit, einer Abteilung des Innenministeriums, die für die Überwachung politischer Dissidenten verantwortlich ist.