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Ben Alis Partei in Tunesien so gut wie aufgelöst

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Ben Alis Partei in Tunesien so gut wie aufgelöst

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Die tunesische Übergangsregierung hat erste Schritte zur Auflösung der RCD-Partei des geflohenen Präsidenten Ben Ali eingeleitet. Das Innenministerium ließ alle Büros der Partei schließen, Mitgliederversammlungen sind künftig verboten. Es begründete seinen Schritt mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

In Sidi Bouzid, wo die tunesische Revolte nach der Selbstverbrennung eines jungen Akademikers ausgebrochen war, ist eine Polizeiwache abgebrannt. Dabei kamen zwei Gefangene ums Leben. Die Einwohner beschuldigen nun die Polizisten, die Männer getötet zu haben. Um ihre Solidarität mit den Menschen in der Stadt zu bekunden, fuhr am Sonntag ein Autokonvoi von Tunis aus in das 300 Kilometer entfernt gelegene Sidi Bouzid. Landesweit wurden bei Zusammenstößen am Wochenende mindestens fünf Menschen getötet. In El Kef schossen Polizisten in eine aufgebrachte Menschenmenge, dabei wurden zwei Menschen getötet. In Kebili wurde ein Mann tödlich von einer Tränengasgranate getroffen.