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Alltag auf dem Tahrir-Platz

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Alltag auf dem Tahrir-Platz

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Der ägyptischen Regierung ist das ein Dorn im Auge: Noch immer harren Tausende Demonstranten auf dem Tahrir-Platz, dem “Platz der Befreiung”, aus. Für sie ist klar: Das alte Regime muss gehen. Vize-Präsident Omar Suleiman hingegen hat vor Journalisten noch einmal klargestellt: “Die Proteste müssen aufhören”, und auch die ausländischen Fernsehsender würden die Ägypter davon abhalten, wieder zur Arbeit zu gehen. Es hat sich eine Art Alltag eingestellt, auf dem Tahrir-Platz. Der Radio-Moderator Mohamed Ali sagt, seine Station sende Gedichte und Reden von hier. Da gebe es etwa einen alten Mann, der sprechen wolle, Volkslieder über Märtyrer, nur Liebeslieder, die sende man nicht. Karikaturen, die das Regime verspotten, waren bislang verboten. Das Staatsfernsehen hat jetzt berichtet, die Demonstranten erhielten bei Kentucky Fried Chicken Gratis-Mahlzeiten, und sie würden vom Ausland bezahlt. “Wir haben erst einmal leere Essensschachteln gesammelt,” sagt Zaki Khalfa von der Revolutionären Künstlervereinigung, “da war unser traditionelles Kuschari drin. Wir haben ‘Kentucky’ drauf geschrieben. Das ist ein Signal an diejenigen, die behaupten, wir würden bei Kentucky Fried Chicken essen und bezahlt werden.” Jeder tut, was er kann. Man hilft sich auf dem Tahrir-Platz. “Das Haareschneiden ist unmsonst”, sagt Frisör Ahmed Samy. “Das ist ein Dienst am großen Volk Ägyptens, das die Revolution unterstützt, um zu gewinnen.” Die Botschaft der Menschen auf dem “Platz der Befreiung” ist klar: Solange Mubarak nicht geht, bleiben wir hier. Anscheinend sind sie bestens darauf vorbereitet.