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Neue Hungersnöte drohen weltweit

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Neue Hungersnöte drohen weltweit

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Die Nahrungsmittelpreise weltweit haben einen neuen Höchststand erreicht und steigen dramatisch schnell weiter an. Die in Rom ansässige UN-Nahrungsmittel-Agentur FAO warnte nun, dass die Preise ihre Höchststände aus dem Jahr 2008 weit übertroffen hätten. Damals hatte es vielerorts Hunderrevolten gegeben.

Zu den Gründen für die Rekordpreise gehört die anziehde Weltwirtschaft – aber vor allem auch klimabedingte Ernteausfälle. In Australien zum Beispiel, einem der weltgrößten Getreideproduzenten, machten die Jahrhundertüberschwemmungen die Ernte ganzer Regionen zunichte.

Insbesondere in Entwicklungsländern leiden die Menschen unter den Folgen der steigenden Lebenshaltungskosten. Nach dem Preisschub in den Jahren 2007/08 schätzte die FAO die Zahl der Hungernden und Unterernährten weltweit auf 870 Millionen. Mittlerweile dürften es 900 Millionen sein.

Der FAO-Experte Abdolreza Abbassian unterstreicht dabei die beispiellose Dauer der Preisanstiegs: Seit Monaten schon halte er an und es gebe keine Anzeichen für eine baldige Umkehr des Trends. Diese langanhaltende Preisexplosion sei es, die langfristig dazu führen werde, dass sehr viele Länder betroffen würden.

Hinzu kommt nun in China die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. Dies könnte einerseits in manchen Regionen des Landes zu Trinkwasser- und Nachrungsknappheit führen. Vor allem aber, da China über ausreichend Devisen verfügt, um das fehlende Getreide auf dem Weltmarkt zu kaufen, werden die chinesischen Bedürfnisse unweigerlich die Preise weiter in die Höhe treben.