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Ein Kabel für Kuba: Internet 3000 mal schneller

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Ein Kabel für Kuba: Internet 3000 mal schneller

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Es kommt ein Schiff nach Kuba. Es kommt aus Venezuela. Und es bringt mit: schnelles Internet per Lichtfaserkabel.

Eine französische Firma verlegt es im Auftrag der beiden Länder. 50 Millionen Euro kostet die Leitung, die Kuba aus der Web-Steinzeit in die Zukunft beamen soll. Um das 3000-Fache soll die Internetgeschwindigkeit steigen. Grund zu Applaus bei der kleinen Zeremonie in Siboney im Osten der Insel.

Freudig und nicht minder irritiert war auch Yoani Sanchez, eine der bekanntesten Bloggerinnen Kubas. Das amerikanische Time Magazine wählte sie einst zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Bekannt ist sie vor allem im Ausland, weil ihr Blog in Kuba gesperrt ist. Bis jetzt. Aber für wie lange?

“Vielleicht haben die Behörden die Blockade gegen mich ja aufgehoben, in der Hoffnung, dass die Menschen, wenn sie meinen Blog lesen, dass dann doch nicht so verlockend finden, wie wenn er verboten wäre.”

Wegen des US-Handelsembargos ist die kommunistische Insel arm und technologisch rückständig. Zudem fürchtet das Regime die Macht ausländischer Medien.

Laut kubanischen Behörden kommen nicht einmal drei Prozent der Kubaner mit dem Internet in Kontakt – der niedrigste Wert in der westlichen Welt. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist die zweitlangsamste auf dem Planeten. Nur auf der Insel Mayotte im Indischen Ozean laden sich die Seiten noch langsamer.