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Wirtschaft von Protesten stark geschwächt

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Wirtschaft von Protesten stark geschwächt

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Die Pyramiden von Gizeh warten auf Besucher: Die Unruhen in Ägypten haben für das Land schwere wirtschaftliche Einbußen zur Folge. Laut Berechnungen kostet die Krise die ägyptische Wirtschaft jeden Tag rund 230 Millionen Euro.  
 
Ein Bewohner erklärt: “Die europäischen Touristen haben Angst in ein Konfliktland zu fahren. Der Tourismussektor ist am schlimmsten von den Demonstrationen betroffen.”
 
Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen der ägyptischen Wirtschaft. Er macht zwischen fünf und elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.
Einen Monat vor Ausbruch der Massenproteste gegen Präsident Husni Mubarak stand die ägyptische Wirtschaft noch gut da und lag in den Wachstumserwartungen in der Region hinter Katar.
Statt 5,4 Prozent wie zuvor prognostiziert, sagen Analysten nun ein Wachstum von nur noch ein bis zwei Prozent voraus. Der Wert der ägyptischen Wirtschaft wurde 2010 auf 160 Milliarden Euro geschätzt, das ist die Hälfte von Saudi Arabien. Neben dem Tourismus hängt die Wirtschaft vom Suezkanal, den ägyptischen Auswanderern und den ausländischen Investoren ab.   
 
Schon vor den Protesten kämpfte Ägypten mit hohen Arbeitslosen- und Inflationsraten. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 10 Prozent. Auch die Inflation beträgt 10 Prozent. Das Mindesteinkommen liegt bei gerade mal 50 Euro pro Monat. Die Armut ist groß: 40 Prozent der 85 Millionen Einwohner leben von weniger als 1,5 Euro pro Tag. 
 
Ermutigt von den Protesten gegen Mubarak, sind tausende Arbeiter von Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor im Suezkanal in den Ausstand getreten. Sie verlangen mehr soziale Gleichheit, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Schifffahrt auf der Wasserstraße blieb bisher jedoch weitgehend unbeeinträchtigt.