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30 Jahre und 18 Tage - das Ende der Ära Mubarak

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30 Jahre und 18 Tage - das Ende der Ära Mubarak

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Die 18 Protest-Tage in Ägypten sind Geschichte - die Vorgeschichte beginnt spätestens vor sieben Monaten. In Alexandria flammt öffentlicher Protest auf gegen den gewaltsamen Tod von Khalid Said. 
“Wir sind alle Khaled Said” rufen die Menschen auf der Straße. Der freche Blogger war in Alexandria von Polizisten zu Tode gefoltert worden und ist seither eine Symbolfigur des Widerstands. 
 
Noch sind die Sicherheitskräfte zahlreicher auf den Straßen zu sehen als Demonstranten, die die Angst vor Repressionen abhält.
 
Am 17. Januar flieht dann der verhaßte Präsident Ben Ali aus dem Nachbarland Tunesien. Drei Tage später folgt eine erste Selbstverbrennung aus Protest, es soll nicht die letzte bleiben.
 
Am 25. Januar trauen sich in Kairo zum erstenmal mehr Demonstranten auf die Straße als Sicherheitskräfte.
 
Am ersten “Freitag der Wut”, den 28. Januar, wird der zurückgekehrte Mohammed El Baradei unter Hausarrest gestellt.
 
Auch die oppositionellen Muslimbrüder schließen sich den Protesten an. Fortan geht es nicht mehr um mehr Jobs oder weniger Korruption, es geht um Präsident Hosni Mubarak – er soll gehen.
 
Die Armee verhält sich neutral, die Demonstranten jubeln bis Hosni Mubaraks Rede am Abend des ersten “Freitag der Wut”. Mubarak weicht zum erstenmal seit 30 Jahren zurück. Er sagt zu, bei der nächsten Präsidentenwahl nicht mehr anzutreten, und sein Sohn Gamal auch nicht.
 
Am Folgetag ernennt er Omar Suleiman,  einen seiner Generäle, zum neuen Vizepräsidenten. Suleiman soll das Land reformieren.
 
Tausende Mubarak-Anhänger verprügeln Demonstranten auf dem Tarhir-Platz in Kairo. Die Armee hält sich wieder raus. Auch, als die auf Kamelen und Pferden versuchen, den Platz einzunehmen. Erst in den Tagen darauf trennen Militärs die Kontrahenden, setzen sich für verfolgte Journalisten ein.
 
“Geht nach Hause” heißt es in der Woche vor dem Rücktritt von Seiten der Armee an die Adresse der Opposition, auch per SMS über die Mobilnetze. Die Demonstranten denken nicht daran. Sie kampieren auf dem Platz vor dem Ägyptischen Museum und es werden mehr von Tag zu Tag.
 
Auch vor Regierung und Parlament wird Druck gemacht. “Ich würde ja zurücktreten”, sagt Mubarak im Fernsehen, aber das Land habe nur die Wahl: er  – oder das Chaos…. die Demonstranten bleiben, er nicht.