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"Mubarak ist imstande und kassiert die Versprechen ein"

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"Mubarak ist imstande und kassiert die Versprechen ein"

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Nichts ist geregelt am Tag 18 der Anti-Mubarak-Proteste in Ägypten. Auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz in Kairo fordern Hunderttausende Oppositionelle in wütenden Sprechchören den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Der hatte gestern abend genau das abgelehnt – hunderte blockieren jetzt das staatliche Rundfunkgebäude. Das Fernsehen hatte die Rede Mubaraks ausgestrahlt.

Viele Demonstranten sind wütend und mißtrauisch:

“Der Präsident hat uns Suleiman eingebrockt. Der ist schlimmer als Mubarak !”

“Nein, wir haben keine Angst vor der Armee, wir fürchten nichts und niemanden und die Armee ist an unserer Seite. Und selbst wenn nicht – wir fürchten weder Mubarak noch sonst jemanden. Und wenn man uns vernichtet.”

“Ich habe Vertrauen in die Armee, wenn sie die Versprechen des Präsidenten für eine Übergangszeit durchzieht. Der Präsident war dazu gezwungen. Aber er auch ist imstande und kassiert seine Versprechen wieder ein.”

Beobachter fürchten eine Machtprobe, etwa zwischen mehr als tausend Regimegegnern und Bewachern des Präsidentenpalast im Kairoer Stadtteil Heliopolis. Nach Meldungen arabischer Nachrichtensender sind weitere Demonstranten auf dem Weg zum Amtssitz Mubaraks.

Mohammed Elhamy, euronews:

“Die Entscheidung, Kompetenzen an den Vizepräsidenten zu delegieren, reicht den Demonstranten nicht – sie wollen weiter protestieren, solange Mubarak an der Macht ist. Die Krise ist komplex – am Ende könnte der Ball im Feld der Armee landen.”