Eilmeldung

Eilmeldung

Flüchtlinge auf Lampedusa - Italien kritisiert EU

Sie lesen gerade:

Flüchtlinge auf Lampedusa - Italien kritisiert EU

Schriftgrösse Aa Aa

Weil bei schönem Wetter und ruhiger See weiterhin täglich tausende Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa ankommen, verlangt Italien nun internationale Hilfe.

In den vergangenen Tagen sind 5.000 Bootsflüchtlinge – vor allem aus Tunesien – in Lampedusa gestrandet. Mit diesem massiven Ansturm ist die winzige Insel überfordert – die Lager auf Lampedusa sind geschlossen worden, normalerweise werden die Immigranten direkt nach Sizilien und aufs Festland gebracht.

Der italienische Aussenminister Franco Frattini fordert Hilfe von der EU: “Diese Länder – Tunesien, Algerien, Ägypten, aber auch andere – brauchen eine Strategie, mehr Mittel, die Europa ihnen zur Verfügung stellt, einen Marshall-Plan, der verhindert, dass Verzweiflung immer mehr Menschen in die Flucht treibt.”

Italiens Innenminister Roberto Maroni beklagte in einem Interview gar, die EU tue überhaupt nichts, während Nordafrika dabei sei zu explodieren. Und Roberto Maroni forderte Gespräche mit der tunesischen Regierung. Er will italienische Polizisten nach Tunesien schicken, um die Lage in den Griff zu bekommen. Italien hat bereits den humanitären Notstand ausgerufen, will aber die Lager auf Lampedusa nicht wieder öffnen, denn man wolle die Flüchtlinge nicht zusätzlich ermutigen.