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Bald neuartige Herzklappen für Babys?

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Bald neuartige Herzklappen für Babys?

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Simon Hoerstrup steht am Zürcher Universitätsspital

vor einem medizinischen Durchbruch – Herzklappen aus körpereigenen Zellen, die eingesetzt werden und dann mit dem Patienten mitwachsen: Das wäre ein äußerst wichtiger Fortschritt für Babys mit angeborenen Herzfehlern.

“Zuerst machen wir eine Herzklappe aus den körpereigenen Zellen des Babys – also eine Gewebezüchtung”, beschreibt der Herzforscher. “Wir entnehmen Zellen, legen sie auf eine Unterlage in Form einer Herzklappe, dann wächst es um das Material herum und bildet eine neue, lebende Herzklappe.”

Eines von hundert Neugeborenen hat einen Herzfehler. Jedes zweite von ihnen muss operiert werden; später – bis zum Erwachsenenalter – sind weitere Eingriffe nötig. Die neue Methode könnte ihnen das ersparen.

“Wir setzen die Herzklappe ohne Operation ein”, schildert Hoerstrup weiter. “Dazu gehen wir durch ein Gefäß bis an diese Stelle: Dort ersetzen wir die fehlerhafte Herzklappe durch die neue.”

Um diese Methode weiterzuentwickeln, hat Simon Hoerstrup die Firma Xeltis gegründet. Gewebezüchtung ist etwas Neuartiges, hier ein Produkt auf den Markt zu bringen schwierig.

“Die Methode ist noch Neuland, auch für die Genehmigungsbehörden”, sagt Jürg Stebler, Arzt und

bei Xeltis Projektmanager. “Mit ihnen zusammen müssen wir jetzt Sicherheit und Wirksamkeit prüfen.”

An diesem Forschungsvorhaben der EU arbeiten neben Xeltis in der Schweiz noch sieben weitere europäische Firmen. Hoerstrup nennt einige seiner Partner: “Eine Berliner Firma hat die Methode für das minimal-invasive Einsetzen. Eine andere Firma sitzt in Holland, in Eindhoven; sie kennt sich aus mit Polymeren und Gerüstaufbau. Dieses ganze Wissen muss man zusammenbringen, nur so kommt man schnell voran.”

Schon 2014 könnten die ersten Patienten Herzklappen bekommen, die aus ihren körpereigenen Zellen gemacht sind. Für Simon Hoerstrup kann es kaum schnell genug gehen: “Nach

so langer präklinischer Arbeit”, sagt er, “kommen wir

jetzt endlich in die klinische Versuchsphase. Damit können wir beginnen, Kinder mit dieser völlig neuen Methode zu behandeln.”

Mehr dazu im Internet unter:

http://ec.europa.eu/research/health/pdf/event01/ih-2010-simon-p-hoerstrup.pdf

http://www.xeltis.com/