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"Jeder muß vor seiner Tür kehren" mahnt Abdullah Gül im Iran

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"Jeder muß vor seiner Tür kehren" mahnt Abdullah Gül im Iran

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Das Thema Ägypten beschäftigt den ganzen Nahen und Mittleren Osten.

Auf einer Reise an der Spitze einer mehr als 100köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Teheran sprach der türkische Präsident Abdullah Gül über tiefgreifende Veränderungen, die in der Region in Gang gekommen seien. Heutzutage könne man nichts mehr vor der Bevölkerung verstecken. Wenn Politiker das nicht beachteten, würden die Leute eben in Aktion treten.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tyyip Erdogan hatte während der Proteste in Ägypten bereits offen Kritik an Diktaturen geübt, den Iran aber nicht erwähnt.

Abdullah Gül:

“Die Forderungen der Menschen sind sehr realistisch. Wir alle – ohne Ausnahme – müssen vor der eigenen Haustür kehren und uns darauf einstellen.”

Die Türkei will die Geschäfte mit dem Nachbarland Iran verdreifachen – auf gut 22 Milliarden Euro.

Die Kooperation nutze dem Frieden und der Stabilität, freute sich Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Die USA boykottieren den Iran wirtschaftich wegen seines umstrittenen Atomprogramms. Dazu Ankara: die Türkei befolge lediglich die Sanktionen des Weltsicherheitsrats.

Schon im Mai hatte Erdogan mit Brasiliens Präsident Lula da Silva versucht, die Isolation des Iran zu durchbrechen – der Iran könne sein Uran in der Türkei anreichern lassen.

Der iranische Revolutionsführer Ali Chamenei hatte die Proteste in Tunesien und Ägypten als “islamische Befreiungsbewegung” gepriesen und den Demonstranten geraten, den Pfad der Revolutionäre von 1979 in Iran einzuschlagen.