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Ägypten: Ruhe und Ordnung noch in weiter Ferne

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Ägypten: Ruhe und Ordnung noch in weiter Ferne

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Die ägyptische Armee versucht, das Land zur Ruhe zurückzubringen. Nach den Massendemonstrationen der letzten Tage und Wochen, fordert der Militärrat, der nun die Geschicke des Landes lenkt, die Bürger auf, alle Streiks und Protestkundgebungen sofort zu beenden. In einer Erklärung hieß es, diese Aktionen gefährdeten die Sicherheit des Landes, schadeten der Wirtschaft und behinderten die Menschen in ihrem Alltag.

Beruhigende Worte zur Zukunftsperspektive auch von Amr Mussa, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, dem Präsidentschaftsabitionen nachgesagt werden. Er erklärt im euronews-Interview, dass man sich weder in noch außerhalb Ägyptens Sorgen wegen des Erstarkens der Muslimbuderschaft machen solle: Während der Demonstrationen habe jeder sehen können, dass Muslimbrüder ein Teil der Bewegung waren, aber nicht die Mehrheit.

Vielerorts allerdings ist von Ruhe allerdings kaum etwas zu spüren, ganz im Gegenteil: Überall im Lande demonstrierten Polizisten, Sicherheitskräfte und Behördenmitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld.

Die Auslandskonten vieler führender Mitglieder von Mubaraks Regimes könnte unterdessen schon bald gesperrt werden. Der britische Außenminister sagte, dass seine Regierung, wie viele andere europäische Regierungen auch, eine dementsprechende Anfrage aus Kairo erhalten habe. Ebenso wie im Falle Tunesiens werde man darauf auf EU-Ebene antworten.

Das Vermögen alleine der Familie Mubarak wird auf zwischen 30 und 55 Milliarden Euro geschätzt und soll bei Banken in Großbritannien und in der Schweiz

sowie in Immobilien unter anderem in London, New York und Los Angeles angelegt sein.