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Ägyptens Rolle in der Region

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Ägyptens Rolle in der Region

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Erst haben sie Husni Mubarak aus dem Amt gejagt, jetzt hängen die Ägypter auch die Bilder ihres Langzeit-Präsidenten ab. Für Israel stand Mubarak vor allem für die Umsetzung des 1979 unterzeichneten Friedensabkommens. Jetzt fragen sich die Nachbarn, wie es damit weitergehen werde.

Sehr aufmerksam wurde daher die Erklärung des Obersten Militärrates zur Kenntnis genommen, in der es heisst: “ Die ägyptische Republik steht zu ihren regionalen und internationen Verträgen.”

In Israel wurde dieser Satz als Botschaft verstanden. Schließlich hatte Israel eben wegen des Friedensabkommens so lange auf Mubarak gesetzt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte mit dem Satz: “Die israelischen Regierung begrüßt die Erklärung des ägyptischen Militärs, dass Ägypten auch weiterhin das Friedensabkommen mit Israel einhalten werde.”

Israelische Zeitungen drücken die Besorgnis im Lande aus ob des so raschen Umsturzes in Ägypten.

Da heisst es :“Nach 30 Jahren an der Macht war Mubarak nach 18 Protesttagen entmachtet .”

Israelische Analysten rechnen damit, dass die Beziehungen zum Nachbarn jetzt komplizierter werden können. Der Politologe Efraim Inbar vom “Begin-Sadat-Zentrum für strategische Studien” denkt nicht, dass Demokratie in Ägypten Frieden und Stabilität bringen werde, wenn die Muslimbrüder die Wahlen gewinnen.

In der Arabischen Liga, die ihren Sitz direkt am Tahrir-Platz in Kairo hat, antwortete deren Generalsekretär Amr Moussa auf die Fragen von euronews. Nach seiner Ansicht ist die Frage des Friedensabkommens mit Israel mit der Erklärung des Militärrates eindeutig beantwortet.

Moussa kennt natürlich die Sorgen, die im Ausland auftauchen, wenn sich die Muslimbruderschaft an so einem gesellschaftlichen Umbruch beteiligt.

Er räumt ein, ein Szenario, wie es zuweilen dargestellt werde, könne Angst machen. Wie man aber klar sehen konnte bei all den großen Demonstrationen der vergangenen Wochen, waren die Muslembrüder eine Gruppierung unter vielen. Sie nehmen dabei keine Führungspositionen ein. Sie stecken nicht hinter dieser Entwicklung, sind sind ein Teil davon neben vielen anderen.

Die “Muslimbruderschaft” war 1928 als nationale und soziale Bewegung gegründet worden, die sich gegen die britische Besatzung richtete.

Über die Jahrzehnte hin hat diese einge Veränderungen und auch Abspaltungen erlebt.

Sie strebt nicht nach einem islamischen Gottesstaat.