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Berlusconi muss wegen Ruby vor Gericht

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Berlusconi muss wegen Ruby vor Gericht

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Die Nachricht aus Mailand erreichte Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi beim Besuch eines Flüchtlingslagers in Sizilien: Die Justiz hat gegen ihn einen Prozess angesetzt wegen Bezahlung einer minderjährigen Prostituierten und Machtmissbrauchs. Höchststrafe: 15 Jahre Haft.

Die erste Anhörung ist am 6. April 9.30 Uhr, vor einem Gremium aus drei Richterinnen, wie aus Jusitzkreisen verlautete.

Fabrizio Cicchitto, ein Parteifreund Berlusconis:

“Der Schlachtenlärm der Verfolger wird immer lauter. Sie beschleunigen durch gegen Berlusconi, die Justiz wird ganz offensichtlich zu politischen Zwecken eingesetzt.”

Dario Franceschini, einer der Führer der Mitte-Links-Opposition PD:

“Berlusconi erklärt sich für unschuldig und verfolgt. Also lasst uns hingehen und das vor Gericht klären und dieses Land befreien von der Last eines Ministerpräsidenten, der der Kinderprostitution und des Machtmißbrauchs verdächtigt wird.”

Laut Antrag der Mailänder Staatsanwaltschaft soll Berlusconi bei ausschweifenden Partys auf einem seiner Anwesen zwischen Februar und Mai 2010 die damals minderjährige Marokkanerin Karima El Mahroug alias Ruby für Sex bezahlt haben. Außerdem habe er sein Amt missbraucht, um sie aus Polizeigewahrsam zu befreien, in den sie wegen Diebstahlverdachts geraten war.

Die jüngsten Massenproteste in Italien für ein besseres Frauenbild in der Gesellschaft hatte der Regierungschef als “aufrührerisch” verurteilt