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Flüchtlingswelle: EU-Millionen für Tunesien

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Flüchtlingswelle: EU-Millionen für Tunesien

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Um des Massenandrangs von Bootflüchtlingen aus Tunesien Herr zu werden, bereitet die EU den Einsatz von Grenzschützern der EU-Agentur Frontex vor. Allerdings muss der von Italien angefordert werden. Zur Kontrolle der Auffanglager auf der Insel Lampedusa kommandierte Italien 200 zusätzliche Soldaten ab. Innenminister Roberto Maroni beantragte bei der Europäischen Kommission eine Nothilfe von 100 Millionen Euro.

“Ich habe darum gebeten, dass auf höchster europäischer Ebene eine Strategie definiert wird und dass Europa eine entschiedene diplomatische Initiative gegenüber allen von dem Problem betroffenen Staaten ergreift”, erklärte Marioni. SOT|0

Bei ihrem Besuch in Tunis wollte sich die EU-Außenbeauftragte Baroness Ashton nicht zu dem neuen Flüchtlingsproblem äußern. Jedoch sagte sie Tunesien Hilfen in Höhe von 17 Millionen Euro zu.

Lampedusa ist etwa 130 Kilometer von der Ostküste Tunesiens entfernt. Das nur 20 Quadratkilometer große Eiland war in den vergangenen Tagen Ziel von mehr als 5000 Tunesiern. Strenggenommen gilt in Tunesien noch immer ein Gesetz aus der Zeit Ben Alis, das die Auswanderung nach Europa mit Gefängnisstrafe bedroht. Den Bootflüchtlingen kommt das derzeitige Machtvakuum in Tunesien zu Gute.