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Irland - Bankenkrise verschärft Wahlkampf - und umgekehrt

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Irland - Bankenkrise verschärft Wahlkampf - und umgekehrt

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Irland wählt am 25. Februar ein neues Parlament. Die Bankenkrise verschärft den Wahlkampf – und umgekehrt. Der Regierungspartei Fianna Fail drohen erdrutschartige Verluste und die potentiellen Nachfolger bei der Labour Party säen Zweifel, ob sie das erstickende Bankenrettungsprogramm aus dem Jahr 2008 weiter tragen. Vor allem die verstaatlichte Anglo Irish Bank ist ein Fass ohne Boden.

Labour-Chef Eamon Gilmore:

“Alle anderen Parteien haben sich hinter das Rettungsprogramm gestellt – Fianna Fail und die Grünen die es eingebracht haben, Fine Gael und Sinn Fein. Das war der größte Bankraub in der Geschichte dieses Landes. Und es waren die Banken, die die Menschen beraubt haben.”

Die Folge der Zweifel: Die Ratingagentur Moody’s gab sechs irischen Banken noch schlechtere Noten – was deren Refinanzierung verteuert.

Irland wurde von der Finanzkrise ab 2007 besonders hart getroffen, da das Wachstum zuvor vor allem auf Spekulationsblasen vor allem einer Immobilienblase beruhte – möglich gemacht durch eine sehr laxe Regulierung des Finanzsektors. Die EU-Finanzminister beschlossen Ende November 2010 ein dreijähriges Hilfspaket über 85 Milliarden Euro aus dem Euro-Stabilitätsprogramm.

Für die Iren hieß das: höhere Mehrwertsteuer, weniger Sozialleistungen, Abstriche im Öffentlichen Dienst und steigende Gebühren.

In Zahlen: Die Summe der ausstehenden Kredite, Derivate und Hypothekendarlehen irischer Banken überstieg 2009 das Bruttoinlandsprodukt beinahe um das Vierfache.