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Bahrain - klein, wichtig und konfliktgeladen

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Bahrain - klein, wichtig und konfliktgeladen

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Bahrain wird mehrheitlich von Schiiten bewohnt – aber das Herrscherhaus hängt der sunnitischen Variante des Islam an. Damit sind Konflikte voraussehbar. Die Schiiten fühlen sich diskriminiert und werfen der Regierung vor, gezielt Sunniten ins Land zu holen, um die Bevölkerungsstruktur zu ändern. Bahrain gehörte in der Vergangenheit lange Zeit zum persischen Reich.

Die schiitischen Demonstranten fordern eine neue Verfassung, die ihre Rechte besser gewährleistet, die Freilassung aller politischer Gefangener, Ermittlungen zu Foltervorwürfen, Meinungsfreiheit und eine unabhängige Justiz.

Das bedeutet, der Reformansatz des Königs wird als gescheitert betrachtet. Vor fast einem Jahrzehnt hatte der König versucht, mit einer Reform von oben die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten abzubauen.

In der konstitutionellen Monachie ernennt der König die 40 Mitglieder des Oberhauses, die 40 Mitglieder des Abgeordnetenhausen werden alle vier Jahre gewählt. Dabei sind 18 Sitze der schiitischen Bevölkerungsmehrheit vorbehalten.

Der schiitische Politiker Abdullah Eid sieht aber auch darin noch keine grundlegende Verbesserung nach acht Jahren Reformpolitik. Das Parlament könne letztlich keine Entscheidungen treffen. Er setzt aber auf weitere Reformen, die seine schiitische Partei unterstütze.

Nach der 2002 modifizierten Verfassung kann das allein vom König besetzte Oberhaus alle Beschlüsse des Abgeordnetenhauses blockieren.

Von den rund 1,3 Millionen Einwohnern sind etwa die Hälfte Zugewanderte. Bahrain ist ein junges Land – 50 % der Einwohner sind jünger als 30.

Das Land gehört nicht zu den Superreichen der Region, Öl und Gas gehen zur Neige. Dafür werden seit Jahren eine verarbeitende Industrie und ein Offshore-Bankensektor aufgebaut.

Bahrain – nicht größer als das Stadtgebiet von Hamburg – liegt zwischen Saudi Arabien und Katar.

Wichtig ist die geo-stragetische Lage in der Nähe des Iran für die militärische Zusammenarbeit mit den USA. Die haben hier ihre 5. Flotte stationiert.

Aus amerikanischer Sicht ist dieser Stützpunkt von entscheidender Bedeutung für die Absicherung der Erdölversorgung aus der Golf-Region.