Eilmeldung

Eilmeldung

"Stille Killer" unter der Lupe

Sie lesen gerade:

"Stille Killer" unter der Lupe

Schriftgrösse Aa Aa

Arzneimittel in der EU sollen fälschungssicherer werden. Das Straßburger EU-Parlament einigte sich auf ein entsprechendes Gesetz, wodurch die medizinische Versorgungskette besser kontrolliert werden soll. Pillenschachteln könnten dann einen Sicherheitscode bekommen. Jährlich werden in Europa schätzungsweise 10,5 Milliarden Euro mit den so genannten “stillen Killern” umgesetzt.

Thierry Kestemont, ein Ermittler der belgischen Bundesbehörde für medizinische Produkte, stellt immer öfter in die Irre führende Angaben auf den Packungen fest. Hierbei handele es sich nicht um das autorisierte Medikament Viagra, sondern um eine Fälschung. Andere gefakte Arzneien haben noch nicht einmal reale Vorbilder.

Die Richtlinie will vor allem Medikamentenverkäufe im Internet sicherer machen: Webseiten müssen sich in Zukunft registrieren lassen und bekommen ein EU-Logo.

John Dalli, EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar, schränkt ein: “Wir können unser Möglichstes tun, um Menschen zu helfen, die betrogen werden, die denken, sie zahlen Geld für gute Medizin, während das gar nicht der Fall ist. Wenn jedoch jemand das Risiko eingehen möchte, können wir ihn kaum davon abhalten.”

Das Gesetz muss nun noch vom Ministerrat formal abgesegnet werden. Dann haben die EU-Staaten zwei Jahre lang Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.