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Belgien zu lange "oben ohne" - kreative Proteste für Regierungsbildung

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Belgien zu lange "oben ohne" - kreative Proteste für Regierungsbildung

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Nach acht Monaten ohne gewählte Regierung haben belgische Studenten ihrem Unmut Luft gemacht. Bei Revolutionsfritten und Bier wollten sie mit einem Protestmarsch in Brüssel den Krisengesprächen neue Impulse geben. In Gent palnten Demonstranten sogar, ihre Hüllen fallen zu lassen. Politikergattinnen wurden öffentlich zum Sex-Streik aufgerufen…

Mit 249 Tagen ohne Regierung breche Belgien den Weltrekord, amüsiert sich der Demonstrant Jean Gebariel Vermeire. Es sei nun höchste Zeit, eine Regierung zu bilden. Diese Auseinandersetzungen wie unter den Politikern gebe es so gut wie gar nicht innerhalb der Bevölkerung.

Dafür auf politischer Ebene um so mehr. Sie blockieren seit Monaten die Gespräche zwischen dem niederländisch sprechenden Norden und dem französischsprachigen Süden.

Letzte Hoffnungen ruhen auf dem Vermittler und belgischen Finanzminister Didier Reynders, der nun mehr Zeit bekommen hat, nach Kompromissmöglichkeiten zu suchen.

Von dieser Situation profitiert er, Bart de Wever, Chef der flämischen Nationalisten. Laut jüngsten Umfragen bekommt er wachsende Zustimmung in der flämischen Bevölkerung. Seine Partei NVA zieht sogar die Teilung Belgiens in Betracht.

Eins haben viele Belgier an diesem Donnerstag jedoch einmütig bewiesen: Sie sind unangefochtener Weltmeister beim kreativen Demonstrieren. Darauf erst mal ein paar Revolutionsfritten!