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Tote bei Protesten in Bahrain

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Tote bei Protesten in Bahrain

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In Bahrain hat die Polizei den von Demonstranten besetzten Pearl Square geräumt. Bei dem Einsatz in Manama wurden nach Angaben von Augenzeugen und Oppositionellen vier Menschen getötet, 60 werden noch vermisst. Dutzende Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei ging gegen drei Uhr Ortszeit ohne Vorwarnung gegen die schlafenden Demonstranten vor. Mehr als 50 Panzerfahrzeuge umstellten den Platz. Das Militär teilte mit, es werde alles tun, um die Sicherheit wieder herzustellen. Augenzeugen berichten, mit Schlagstöcken bewaffnete Polizisten hätten die in Panik geratenen Fliehenden in umliegende Straßen verfolgt. Die Sicherheitskräfte setzten zunächst Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Anschließend sicherten sie den Platz. Auf dem Pearl Square hielten sich in der Nacht mehrere tausend Menschen auf, jetzt ist er leer. Die Proteste in dem Königreich, das direkt an Saudi-Arabien grenzt, halten seit fünf Tagen an. Schon in den vergangenen Tagen waren bei Zusammenstößen mit der Polizei zwei Demonstranten getötet worden. Die schiitische Wifak-Gesellschaft von Abed al-Jalil Khalil hat angekündigt, das Parlament verlassen zu wollen.Es habe verschiedene Möglichkeiten gegeben, eine solche Konfrontation zu verhindern. Wer immer diese Entscheidung getroffen habe, der habe Töten wollen, sagt Khalil. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 45 Verletzte im Krankenhaus behandelt. Viele hätten Schusswunden erlitten oder seien durch Tränengasgranaten verletzt worden. Die Menschen hatten sich zu Tausenden – die Angaben schwankten zwischen 5000 und 20.000 - nach der Beisetzung eines am Dienstag getöteten Demonstranten auf dem Platz versammelt, unter ihnen waren viele Frauen und Kinder.