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Bunga-Bunga und der Vatikan

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Bunga-Bunga und der Vatikan

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Silvio Berlusconi hat gut Lachen. Im April beginnt sein Schnellverfahren wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Prostitutierten. Es drohen 15 Jahre Haft. Schon arbeitet sein Kabinett an einer Justizreform, die dem 74-Jährigen Immunität als Abgeordnetem sichern würde. Das Parlament muss noch zustimmen.

“Ruby” steht im Mittelpunkt der Affäre. Bereits am Donnerstag druckte das Anti-Berlusconi-Blatt “La Repubblica” ihre Berichte über die Mailänder “Bunga Bunga”-Parties, angeblich nach Vorbild Muammar al-Gaddafis. Berlusconi habe gewusst, dass sie damals noch minderjährig gewesen sei. Sex bestreiten beide. Doch will “Ruby” neben Schmuck und Geschenken 187.000 Euro vom regierungschef erhalten haben. Ein Anruf Berlusconis, um Ruby bei der Polizei freizubekommen, ist aktenkundig.

Eine “moralische Malaise” Italiens beklagt der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz Kardinal Angelo Bagnasco beim Treffen mit Berlusconi und Ministern. Zu zelebrieren gab es 82 Jahre Unabhängigkeit des Vatikan. Mit persönlicher Kritik am Cavaliere hielt sich die Kirche bislang zurück.