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EZB-Präsidentschaft - das Kandidatenkarussell dreht sich

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EZB-Präsidentschaft - das Kandidatenkarussell dreht sich

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Ein Nachfolger wird gesucht für Jean-Claude Trichet! Der derzeitige EZB-Präsident scheidet im Oktober aus dem Amt aus. Wer ihn beerbt soll aber schon früher feststehen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble meinte, Ende März werde man sich mit der Frage auseinandersetzen.

Ein Kandidat ist schon aus dem Rennen: Der finnische Notenbankgouverneur Erkki Liikanen hat laut einem Sprecher des Finanzministeriums seinen Verzicht erklärt – so wie zuvor bereits der Deutsche Axel Weber. Damit steigen die Chancen für den erfahrenen italienischen Notenbankchef Mario Draghi, der allerdings zwei Probleme hat: seine Nationalität und die Tatsache, dass er lange bei Goldman Sachs tätig war. Denn die US-Investmentbank hatte Griechenland geholfen, das Ausmaß des Defizits zu verdecken.

Ein anderer möglicher Trichet-Nachfolger ist der Luxemburger Yves Mersch, das dienstälteste Mitglied des EZB-Rats. Allerdings ist mit Jean-Claude Juncker ein Luxemburger Chef der Eurogruppe. Eine Kandidatur von Mersch hätte vor diesem Hintergrund wohl wenig Aussichten.

Bestenfalls Außenseiterchancen hätte Jens Weidmann, der künftige Chef der deutschen Bundesbank. Weidmann gilt vielen als zu jung und zu unbekannt – ganz im Gegensatz zu Dominique Strauß-Kahn. Der IWF-Präsident stand zwar nie an der Spitze einer Notenbank, hat aber jede Menge Erfahrung. Eines steht jetzt schon fest: Es wird eine spannende Entscheidung.