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Heiße Nacht nach "Tag der Wut" in Libyen

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Heiße Nacht nach "Tag der Wut" in Libyen

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In Libyen sind die Proteste gegen die Regierung nach einem “Tag der Wut” in der Nacht weitergegangen. In Benghazi, der zweigrößten Stadt des Landes, wurde laut Augenzeugen am Morgen die Armee eingesetzt, um für Ruhe zu sorgen. Demonstranten seien nicht mehr auf der Straße. Bilder der Proteste gibt es nur im Internet, die Zahlen über Todesopfer sind nicht verlässlich.

In der Stadt Al-Baidha unweit von Benghazi, in der es ebenfalls Tote gab, lieferten sich laut Augenzeugen am Morgen weiter Regimegegner und Gaddafi-Getreue Straßenschlachten. Auch in der Hauptstadt Tripolis sollen Oppositionelle Mülltonnen angezündet haben. Tripolis war bislang das Revier der Regimetreuen.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch sprach von mindestens 24 Toten bei der Niederschlagung der Proteste seit Mittwoch. Sie beruft sich auf ihre eigenen Informanten im Lande.

Die Todesopfer werden heute beigesetzt, was die Stimmung noch anheizen könnte.

Muammar Gaddafis Antwort auf die Proteste gegen sein Regime: Anders als die Präsidenten von Tunesien oder Ägypten sucht Libyens Revolutionsführer das Bad in der Menge. Er ließ sich gestern bei einer Großdemonstration seiner Anhänger in Tripolis feiern.

Gaddafi will laut heimischen Medien einen seiner Söhne nach Benghazi entsenden, um dort einen Aktionsplan zur Verbesserung der Infrastruktur umzusetzen.