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EU sucht nach Libyen-Strategie

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EU sucht nach Libyen-Strategie

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Tunesien, Ägypten, jetzt Libyen? Die europäischen Außenminister haben sich in Brüssel zu Beratungen getroffen. Stärker als in den vorigen Fällen wollen sie diesmal mit einer Stimme sprechen. Was die Rückkehr von Europäern aus Libyen in die EU betrifft, herrscht Einigkeit. Ihr Rückreiseverfahren soll erleichtert werden.

Der britische Außenminister William Hague erklärte, Europäer in Libyen sollten besonders geschützt werden – vor allem sollten sie Unterstützung bekommen, falls sie das Land verlassen wollen.

Was jedoch den Umgang mit Lybiens Revolutionsführer Muammar Al-Gaddafi betrifft, sind sich die Außenminister uneins. Während Luxemburg und Finnland Sanktionen fordern, ist Italien strikt dagegen. Außenminister Franco Frattini sagte, “ich bin sehr beunruhigt, was das selbst ernannte Islamische Emirat von Bengasi betrifft. Können Sie sich ein Islamisch-Arabisches Emirat an den Außengrenzen Europas vorstellen? Das wäre eine ernsthafte Bedrohung.”

Italien befürchtet eine neue Flüchtlingswelle, nachdem in den vergangenen Tagen mehr als 5000 Tunesier das Mittelmeer überquert haben. Morgen wird EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton in Ägypten erwartet – allerdings kam ihr der britische Regierungschef bereits zuvor. Erstes Anzeichen, dass auch diesmal Europa wohl mit mehreren Stimmen sprechen wird.