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Libyens Nachbarn auf Flüchtlingswelle gefasst

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Libyens Nachbarn auf Flüchtlingswelle gefasst

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Aus dem unruhigen Libyen fliehen die Menschen zu Tausenden über die Grenzen im Westen und im Osten. Die Grenze Libyens zu Ägypten ist nach Medien-Berichten wenigstens zum Teil in der Hand von Oppositionellen.

Nach Medienberichten aus Israel leben in Libyen bis zu zwei Millionen Ägypter, mehrere Dutzend seien bei den Luftangriffen auf Demonstranten ums Leben gekommen. Ägyptens Armee hält nach eigenen Angaben an der Grenze Feldlazarette und Flüchtlingslager bereit.

Viele, die bis zur Grenze durchgekommen sind, haben Mühe, mit ihren Erlebnissen fertigzuwerden.

“Da sind alle bewaffnet,” sagt ein Kinderarzt, der aus Tubrak flüchtete, “Gewehre, Schießereien, Null Sicherheit. Wir konnten da nicht bleiben, wie immer es ausgeht, wir konnten nicht bleiben. Also kommen wir in unser Land zurück. Die Lage dort ist sehr sehr kritisch und ernst.”

Andere berichten von Militärs, die in Libyen gegen die Bevölkerung vorgingen:

“Wo die herkamen, keine Ahnung. Libyer waren das nicht. Das waren Schwarzafrikaner, Söldner. Die haben wahllos Menschen erschossen. Die Bevölkerung versucht, sich vor den Söldnern zu schützen in Tubrak, Bengasi, Al Baida oder Dranah. Zu schützen vor diesen Leuten, die eingeflogen werden, um zu töten.”

Libyen ist das viertgrößte Land des afrikanischen Kontinents und hat sechs Nachbarstaaten, darunter Ägypten im Osten und Tunesien im Westen. Die Sahara macht 85 % der Fläche aus, rund 90 % der Bevölkerung leben in Küstennähe.

Auch Tunesier fliehen zu tausenden Richtung Westen, Richtung Grenze.

Wie Ägypter hatte der Sohn von Muammar al-Gaddafi, al-Islam, auch Tunesier in Libyen des “ausländischen Komplotts” verdächtigt.

Manche kommen zu Fuß durch die Wüste, mussten ihre Autos aufgeben.

“Da drüben ist man in Lebensgefahr”, ruft einer von ihnen.

Dreitausend Flüchtlinge hat die Hilfsorganisation Roter Halbmond bisher gezählt. Weit mehr werden in den kommenden Tagen erwartet.