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Gaddafi - mit den Augen des Psychologen gesehen

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Gaddafi - mit den Augen des Psychologen gesehen

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Originalton Gaddafi – Mitte Februar 2011:

“Wer unsere Verfassung angreift verdient die Todesstrafe. Das gilt für alle, die versuchen, mit Gewalt oder mit irgendwelchen gesetzwidrigen Mitteln die Regierungsform zu ändern.”

“Ich habe nicht Befehl gegeben, auf die Leute zu schießen. Aber ich werde befehlen zu schießen, das werde ich tun, man wird alles niederbrennen.”

“Sie werden es bedauern, aber das wird ihnen nichts mehr nützen. Wer sind sie, die im Glashaus sitzen und mit Steinen werfen?

Es ist an der Zeit zu arbeiten, sich zu rühren.

Es ist die Stunde des Sieges, nicht des Rückzuges.

Wir schreiten voran, voran, voran.

Revolution, Revolution bis zum Sieg!”

Für allen, denen dieser Äußerungen von Muammar al-Gaddafi reichlich wirr erscheinen, lieferte der französische Fernsehsender France trois eine Erklärung. Der Journalist Christian Mallard berichtete, ein Botschafter habe ihm erzählt, Gaddafi stehe zuweilen unter Drogen, so dass er stundenweise gar nicht zurechnungsfähig sei.

Weiter betonte der französische Journalist, man solle nicht vergessen, dass hier ein Despote seit 42 Jahren mittel Angst und Unterdrückung herrsche.

Militärparaden nimmt der Oberst Gaddafi gern in Uniform ab, dann erscheint er wieder im Michael-Jackson-Look, bei anderen Gelegenheiten hüllt er sich in verschiedene Beduinengewänder,

daheim lässt er sich nur “Bruder Führer” nennen, von westlichen Demokratien entlehnte Strukturen lehnt er für sein Land ebenso ab wie einen daraus abzuleitenden staatlichen Titel für sich selbst.

Zu Staatsbesuchen bringt er sein Zelt mit und nötigt seine Gastgeber, mit ihm nach Beduinenart zu sprechen. Dann sieht man ihn auch wieder eher bescheiden sich für das übliche “Familienfoto” neben anderen führenden Politikern der Welt einzureihen.

Der Psychologe Philip Jaffé meint, aus der Ferne könne man das als “exentrisch” ansehen, ein wenig clownesk. Schaue man aber näher hin, erscheine der Mann reichlich neurotisch, mit den Charakterzügen eines Größenwahnsinnigen.

Man sehe viel Narzismus mit einer über die Jahre hin größer gewordenen Paranoia.

Ob damit auch Gaddafis Vorliebe zu erklären ist, sich im Ausland mit seiner weiblichen Schutztruppe zu zeigen, mag dahingestellt sein. Offen bleibt im Moment auch noch, wie weit ihm diese Kämpferinnen seiner Garde die Treue halten werden.